weather-image
27°
DRK kündigt Widerstand gegen Wegfall von Landkreis-Zuschüssen an / Paritäten-Datenbank in Gefahr

Verbannt Streichliste Soltec in Fabrikhalle?

Hameln-Pyrmont (HW). Kopfschütteln, Unverständnis und nur ganz geringes Verständnis hat die von Carsten Vetter vorgelegte Streichliste bei den betroffenen Institutionen und Verbänden ausgelöst.nach wirkungsvoll angesetzt werden könne (wir berichteten).

veröffentlicht am 22.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 14:09 Uhr

270_008_4189759_wb101_2310.jpg

Hameln-Pyrmont (HW). Kopfschütteln, Unverständnis und nur ganz geringes Verständnis hat die von Carsten Vetter vorgelegte Streichliste bei den betroffenen Institutionen und Verbänden ausgelöst. Der Kreiskämmerer hatte vor dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss angesichts der defizitären Haushaltslage des Landkreises die Politik zum bedingungslosen Sparen aufgefordert und Vorschläge unterbreitet, wo der Rotstift seiner Meinung nach wirkungsvoll angesetzt werden könne (wir berichteten).

Darunter fällt auch die Hamelner Soltec, die vom Kreis nicht mehr mit 62 500 Euro bezuschusst werden soll. Entfällt die Zuweisung, könnte die Solarmesse künftig ein anderes Gesicht bekommen. „Ich kann der Politik nicht vorschreiben, was sie zu machen hat. Wir müssen prüfen, ob die Soltec in dieser Form dann wirtschaftlich noch zu vertreten ist“, reagierte Veranstalter Rainer Timpe und betonte, dass es sich bei der Messe um ein Imageprojekt handele, mit dem bislang kein Gewinn erwirtschaftet worden sei. „Das ist nachweislich belegt durch Abrechnungen beim Rechnungsprüfungsamt der Stadt Hameln. Diese Abrechnungen sind Grundlage für den Zuschuss des Folgejahres, denn bei kleinerem Verlust oder gar Gewinn flöße weniger oder überhaupt kein Geld“, so Timpe, der die Hauptkosten für die Soltec im hohen Mietpreis für die Spannbauten sieht. „Entfallen die Zuweisungen, müssen wir nach anderen Wegen suchen und vielleicht in eine große Fabrikhalle ausweichen. Das wird den Erfolg der Soltec aber nicht schmälern“, glaubt der Veranstalter.

Einem plötzlichen Wegfall von 50 000 Euro Kulturförderung sieht Silke Schauer mit Schrecken entgegen. „Wenn es so käme, würde es uns und den touristischen Charakter Bad Pyrmonts erheblich treffen“, glaubt die Veranstaltungsleiterin beim Staatsbad, für die konkrete Auswirkungen jedoch noch nicht absehbar sind. Auch Bad Münders Bürgermeisterin Sylivia Nieber ist wenig entzückt, dass der Kurort auf 25 000 Euro Kulturförderung verzichten soll: „Das wird unser Finanzloch nur noch weiter vergrößern.“

Auch bei den Paritäten müssen „ernsthafte Überlegungen“ angestellt werden, sollte der Kreis-Zuschuss von 6600 Euro für die Pflege der Datenbank entfallen. „Wir finanzieren damit eine 400-Euro-Kraft, die sich ausschließlich mit der Pflege dieses Angebotes beschäftigt“, erklärte Sabine Mickley. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Paritäten widerspricht zudem der Behauptung des Kreiskämmerers, dass die Datenbank kaum genutzt werde. „Wir verzeichnen eine steigende Tendenz und stehen inzwischen bei Google an erster Stelle. Wegen der guten Annahme haben wir sogar schon über eine Ausweitung des Angebotes nachgedacht. Entfällt der Zuschuss, müssen wir überlegen, wie die Datenbank fortgeführt werden kann“, sagte Mickley, die auch in dem zusätzlichen Wegfall der 6000 Euro an die Wohlfahrtsverbände Awo, DRK, Diakonie, Caritas und Paritäten ein Problem sieht. „Dieses Geld verwenden wir für den Seniorentreff und die Ehrenamtlichen. Wir müssen dann sehen, wie wir es anders erwirtschaften können.“ Unterstützt wird Mickley von Caritas-Geschäftsführer Reinhold Marx: „Dies Streichung halte ich für zu kurz gedacht, denn das Geld ist gut angelegt. Wir übernehmen Aufgaben, für die sonst die öffentliche Hand aufkommen müsste.“ Verständnis für den Kämmerer zeigt DRK-Geschäftsführer Hubert Volkmer, „aber wenn die Politik das mitmacht, wäre es schlimm“. Es träfe die Sozialarbeit und damit die Ärmsten der Armen. Volkmer will eine Streichung nicht widerstandlos hinnehmen und kündigt an: „Wir werden uns organisieren, um das zu verhindern.“

KVG-Geschäftsführer Car- sten Busse ist zwar nicht erfreut über die Ankündigung Vetters, zeigt aber Verständnis: „Wir müssen das eine oder andere ändern, um unsere Ziele erreichen und neue Angebote auf die Straße bringen zu können. Wie das aber konkret aussehen kann, weiß ich noch nicht.“

Muss die Soltec bald auf die teuer gemieteten Spannbauten verzichten? Für Veranstalter Rainer Timpe ist bei einer Streichung des Zuschusses nicht ausgeschlossen, mit der Solarmesse künftig in eine Fabrikhalle auszuweichen.

Foto: Wal

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare