weather-image
28°
Festhalle: Polizei, Kreis und Stadt arbeiten an Konzept gegen ausufernde Gewalt

"Veranstaltungen nicht das Problem"

Stadthagen (jl). Heftiger Widerstand gegen Polizeibeamte, Verletzte und Sachbeschädigungen im Umfeld von Abi-Feten in der Festhalle -das soll es möglichst nicht mehr geben. Nach einem besonders schlimmen Fall, der am vorläufigen Ende einer längeren Entwicklung steht, arbeiten Polizei, Landkreis und Stadt an einem Vorbeugungskonzept.

veröffentlicht am 26.11.2007 um 00:00 Uhr

Tatort Festplatz und Umgebung: Im Umfeld von bislang sechs Abi-Feten in diesem Jahr hat die Polizei 26 Strafanzeigen erstattet. In 18 Fällen geschah dies nach Angaben von Polizeisprecher Axel Bergmann wegen Körperverletzungen, Beleidigungen, Widerstand gegen Polizeibeamte und Sachbeschädigungen. Darin enthalten sind vier Anzeigen wegen Diebstählen sowie Alkohol am Steuer. Zur vorläufigen Polizeibilanz gehören ferner acht Fälle, in denen die eingesetzten Beamten als Streitschlichter fungierten oder sich um so genannte hilflose Personen, sprich Volltrunkene, kümmern mussten. Der vorläufige Schlusspunkt war eine Abi-Fete des Wilhelm-Busch-Gymnasiums am 10. November, in deren Anschluss ein 17-Jähriger zwei Polizisten verletzt hat (wir berichteten). Das hat bei den Ordnungshütern die Alarmglocken ganz laut läuten lassen. Um zu verhindern, dass die Gewalt nicht noch weiter eskaliert, arbeiten Polizei, Jugendexperten des Landkreises sowie das Ordnungsamt der Stadt jetzt an der Deeskalation. Ziel des konzertierten Vorgehens laut Bergmann: "Wir wollen die Spreu vom Weizen trennen. Diejenigen, die in der Halle feiern wollen, sollen feiern." Die Polizei wolle aber nicht mit solchen Sachen konfrontiert werden wie im jüngsten Fall. Deswegen sei jetzt Prävention angesagt. In dieser Hinsicht sind nach Bergmanns Worten beim ersten Treffen der drei Behörden eine Reihe von interessanten Vorschlägen auf den Tisch gekommen. Die Umsetzung dieser Ideen ist beim zweiten Treffen in der vergangenen Woche beschlossen werden. Die Zeit drängt, weil am 8. Dezember die nächste Abi-Party steigt. Dann fungiert das Gymnasium Adolfinum in Bückeburg als Veranstalter. Mit diesem sowie den beiden Stadthäger Gymnasien soll das Präventionskonzept abgestimmt und in dieser Woche öffentlich präsentiert werden. Bergmann betonte mit Nachdruck: "Die Veranstaltungen selbst sind nicht das Problem, es ist das Umfeld." Die genannten Straftaten seien in allen Fällen außerhalb der Festhalle verübt worden, dies aber "von Leuten, die an den Veranstaltungen teilnehmen".



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare