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Raum an der Kapelle des Seetorfriedhofs durch Hospizverein freundlicher und kunstvoller gestaltet

Verabschiedungsraum statt "Guter Stube"

Rinteln (ben/jar). In dieser Woche haben Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Ingeborg Schumer vom Hospizverein Rinteln den neu gestalteten Verabschiedungsraum an der Kapelle des Seetorfriedhofs der Öffentlichkeit vorgestellt.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

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Auf Initiative des Vereins war zuerst die Friedhofskapelle erneuert worden (wir berichteten) - in einem zweiten Schritt wurde jetzt auch der Verabschiedungsraum gemütlicher gestaltet. "Der zuvor beinahe erdrückend wirkende Raum erscheint jetzt hell und freundlich", freut sich Ingeborg Schumer, zweite Vorsitzende des Hospizvereins. Der schwere Samtvorhang, der das Fenster vollständig verdeckt hatte, wurde durch einen leichteren roten Stoff ersetzt. Dieser lässt nun das Fenster frei, sodass der Raum freundlicher wirkt - dazu trägt auch die neue Beleuchtung bei. Außerdem laden Sitzgelegenheiten zu längeren Aufenthalten ein, auch eine Garderobe wurde angebracht. Anders als zuvor bietet der Raum jetzt auch Heizung und Stromanschluss. Die Künstlerin Britta Eisen wurde vom Hospizverein beauftragt, ein passendes Bild zu gestalten, das den Verabschiedungsraum freundlicher erscheinen lässt. Ihr Werk "Hoffnung" wurde jetzt durch den Hospizverein an den Bürgermeister überreicht, stellvertretend für die Bürger der Stadt Rinteln. Anwesend waren unter anderem Pastor Heiko Buitkamp als Vertreter der evangelisch-reformierten Kirche, Michael Nettusch als Pfarrer der katholischen Gemeinde sowie einige Bestattungsunternehmer. Zu Beginn erinnerte Bürgermeister Buchholz daran, dass man die Toten früher in der Guten Stube aufgebahrt habe. Heute sei der Umgang mit dem Tod in vielen Fällen sehr anonym. Der Verabschiedungsraum sei einer der ersten Schritte, das zu verändern, der Raum könne Trauernden helfen, ihre Gefühle zu verarbeiten. "Das Fenster öffnet symbolisch den Blick in die Zukunft, das ist sehr wichtig für die Angehörigen", lobte er die Ideen des Hospizvereins und bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei der Künstlerin Britta Eisen. Zum Thema "Trauer braucht Raum und Zeit" ging Ingeborg Schumer speziell auf die Trauernden ein, die in dem Raum Gelegenheit bekommen, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ihr Appell: Die Bestatter sollten noch mehr auf die Hinterbliebenen eingehen und sie auf alle Möglichkeiten aufmerksam machen, die den Abschied erleichtern könnten, wie zum Beispiel das Abspielen von Musik oder das individuelle Dekorieren des Raumes. "Rituale geben den Trauernden Halt und sollten nicht in Vergessenheit geraten." Sie habe sich sehrüber den Auftrag gefreut, bekannte die Künstlerin Britta Eisen - sie setze sich momentan sehr stark mit dem Thema "Leben und Tod" auseinander, nicht zuletzt aufgrund ihrer 20-jährigen Berufserfahrung als Krankenschwester auf der Intensivstation. Ihr Ansatz war es, Emotionen wie Wut, Trauer, Schmerz, aber auch Liebe und Hoffnung zu verarbeiten. "Das Bild habe ich ausschließlich mit den Händen gemalt, weil ich mein Anliegen, die Gefühle greifbar, sogar begreifbar zu machen, so besser vermitteln kann", so die Stadthägerin. Sie hofft, den Trauernden beim Verlassen des Raums ein positives Gefühl mitzugeben. Das Gefühl der Hoffnung. Kontakt: Der Hospizverein hilft auch in Schulen, sich mit dem Thema Tod und Trauer besser auseinanderzusetzen. Fragen beantwortet Ingeborg Schumer, (05751) 41595.

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