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Keine Eingriffe an Entlastungsgraben / "Beeke" durchÖlmühlenwiese nicht schwächen

Vehlen: Rundweg um das ganze Dorf prüfen

Obernkirchen (rnk). Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Mevert ist es eine Kindheitserinnerung, an die er gern zurück denkt: ein idyllisch und lauschig fließender Bach entlang der Schliepstraße bis hinunter nach Vehlen. Ende der fünfziger Jahre wurde der Bach mit Halbschalen und Befestigungssteinen im Böschungsbereich ausgelegt, seither ist es mit der Idylle nicht mehr weit her. Meverts Vorschlag, die Halbschale herauszunehmen und den Bach gleichsam zu renaturieren, wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, ob nicht ein weiterer Teil eines Fußweges rund um Vehlen realisiert werden kann.

veröffentlicht am 28.08.2008 um 00:00 Uhr

Hintergrund der Debatte sind Ersatzzahlungen: Finanzielle Mittel, die die Stadt, verkürzt gesagt, für Eingriffe in Natur und Landschaft erhalten wird und die dort auch wieder ausgegeben werden sollen (wir berichteten). Der künstlich angelegte Entlastungsgraben sollte den Abfluss der Vehlener Beeke entlasten und die Ortslage Vehlen schützen. Auf direktem Wege führt der Entlastungsgraben geradlinig Schwallwasser vom Abzweig südlich der Kompostierungsanlage zur Bückeburger Aue ab. Wirklich wirksame Entwicklungsmöglichkeiten, so hatte Thomas Zerner als Ingenieur für Orts- und Landschaftsentwicklung dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung schon in seiner letzten Sitzung mitgeteilt, gebe sowohl in der Gerinnegestaltung und dem begleitenden Biotop- und Vegetationsbestand auf den letzten rund 250 Metern des Entlastungsgrabens, in Höhe des Grundstückes Prange. Hier seien nicht nur keine baulichen Anlagen vorhanden, deren dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten sei, auch die Kräfte der Abflussdynamik zur neuen Gerinneentwicklung seien hier moderater als im oberen Abschnitt. Dort würden Eingriffe, so erklärte Zerner in der Sitzung diese Woche, erhebliche Folgen haben. Würde man die Halbschalen entfernen, müsste mehr Wasser fließen. Das wiederum müsste aus der Beeke entnommen werden, die durch dieÖlmühlenwiesen fließt. Zerner sprach von einer "problematischen Wasserentnahme", die zudem genehmigungspflichtig sei. Und ein möglicher Schaden durch zu wenig Wasser sei in den Ölmühlenwiesen deutlich gravierender als eine Renaturierung entlang des Entlastungsgrabens. Auch wenn Mevert nach dem Ortstermin im Sitzungssaal erneut für seine Idee plädierte, wird es wohl auf eine Investition in das Flurstück im Höhe des Hofes Prange hinauslaufen. Die Verwaltung soll Gespräche führen, damit ein Randstreifen dauerhaft aus der ackerlichen Nutzung genommen und gewässergerecht umgestaltet werden kann. Außerdem könne dann, so betonte Thomas Stübke (Grüne) auch der von den Einwohnern seit Jahrzehnten gewünschte Fußweg weiter geführt werden. Die Verwaltung soll auch hier entsprechende Pläne erstellen.



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