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Angeklagter erscheint nicht zu Prozessbeginn

Vater soll seinen Sohn brutal gequält haben

Stadthagen/Bückeburg (ly). Wenn die Vorwürfe stimmen, liegt hinter einem kleinen Jungen aus Stadthagen ein Martyrium. Zum Auftakt des Prozesses gegen den Vater (39) des damals Elfjährigen hat sich die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht gestern nach knapp anderthalb Stunden Wartezeit auf Montag vertagt. Der Angeklagte war nicht zur Verhandlung erschienen.

veröffentlicht am 12.06.2008 um 00:00 Uhr

Dem Mann wird vorgeworfen, seinen Sohn im Herbst und Winter 2006 wiederholt verprügelt zu haben. Staatsanwalt André Lüth legt dem 39-Jährigen Körperverletzung in vier Fällen sowie gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen zur Last. So soll der Vater das Kind gegen ein Sofa geworfen, mit einer Flöte, einem Nudelholz sowie mehrfach mit der Hand ins Genick geschlagen haben. Dann wieder sei der am Boden liegende Junge mit Hausschuhen traktiert worden und der Kopf des Elfjährigen gegen eine Tür gerammt. Das Kind soll diverse Prellungen erlitten haben. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Anklage vor der Großen Jugendkammer gedrängt, nicht vorm Amtsgericht. Dadurch soll insbesondere minderjährigen Zeugen eine zweite Aussage erspart bleiben. Über der Großen Kammer gibt es nur noch den Bundesgerichtshof, der jedoch keine Tatsacheninstanz ist. Dort werden angefochtene Urteile in der Revision lediglich auf Rechtsfehler überprüft. Bei einer erstinstanzlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht dagegen könnte der Fall anschließend vor der Berufungskammer am Landgericht landen, wo die Zeugen noch einmal vernommen würden, wenn zwischenzeitlich kein Geständnis vorliegt. Ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter war noch vor der Vollstreckung außer Vollzug gesetzt worden. Die Kammer hat gestern einen neuen Haftbefehl erlassen. Ob es Montag weitergeht, stand noch nicht fest, der Angeklagte wurde gesucht. Rechtsanwalt Ralf Jordan, der als Vertreter der Nebenklage die Interessen des Kindes vertritt, sieht sowohl Flucht- als auch Verdunkelungsgefahr. Angeblich wird der Junge vom Vater trotz Kontaktsperre unter Druck gesetzt. Für den Prozess hat die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt und zwölf Zeugen geladen. Das Urteil soll Ende Juni verkündet werden. Bereits nach dem ersten Tag ist dieser Zeitplan nun allerdings durcheinandergeraten.



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