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Fünf Brillenläden als Verdrängungswettbewerb / Veranstalter sollten für Toilettenreinigung zahlen

Vandalismus, seit die Lampen nachts ausgehen

Rinteln (ur). "Wenn man von der Marienstraße aus in die Stoevesandtstraße einfahren will, ist das immer eine riskante Aktion", beklagt Christa Voigt . "Man muss viel zu weit vorfahren, um den Verkehr dort einsehen zu können. Hier wäre es schon angebracht, am Laternenmast einen Spiegel anzubringen!"

veröffentlicht am 24.09.2008 um 00:00 Uhr

Gleich mehrere Anlieger der Graf-Adolf-Straße beschwerten sich, dass in der gestrigen Nacht von Randalierern die zur Abholung bereitgestellten Biomülltonnen umgekippt und die Plastiksäcke systematisch aufgerissen wurden: "Das sah heute verheerend aus!" Einmütige Einschätzung der Anlieger: "Dieser Vandalismus hat sich verstärkt, seit es nachts keine Straßenbeleuchtung mehr gibt." Geklagt wird sogar über nächtliche Eierwürfe an die Fenster zur Straßenseite. Nicht nur auf Zustimmung stößt der Vorschlag von Ortsbürgermeister Ulrich Goebel , bei Veranstaltungen wie dem Volksbanklauf künftig Gebühren für die Toilettennutzung in den Sanitäranlagen am Bürgerhaus zu erheben: "Wenn sich die Teilnehmer an solchen Großveranstaltungen nicht benehmen können, muss eben der Organisator bei den Anmeldegebühren einen Euro extra nehmen und gleich an die Stadt abführen", meint dazu Ruth Beermann . Sie könne sich eine Aufsicht dort aber gut vorstellen: "Das könnte doch über Ein-Euro-Jobs und freiwilliges Trinkgeld durchgeführt werden." Wenn dann jemand was auf dem Marktplatz veranstaltet, müsse er eben eine Nutzungspauschale zahlen: "Sonst müssten die ja auch für teuer Geld Dixie-Klos oder einen WC-Wagen besorgen, wenn es die Toilette nicht gäbe." Eine Anregung für unsere Obernkirchen-Redaktion hat Käte Meier aus der Bergstadt: "Nachdem es das Deutsche Haus nicht mehr gibt, hat man dort ja ein Wohnhaus gebaut, das doch sehr auffällig ist. Ich frage mich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, wenn man in dieser Lage einen Hotelneubau errichtet hätte." Das könne doch mal zum Thema gemacht werden. Gerhard Scholl macht sich Sorgen um die Zukunft der Fußgängerzone: "Wenn das stimmt, dass dort jetzt noch ein Optiker aufmacht, ist das ja regelrecht verrückt. Dann hätten wir in einem Radius von weniger als hundert Meter fünf Brillengeschäfte." Er halte dies in jeder Hinsicht für "viel zu kurzsichtig" und das habe im Grunde nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun, sondern nur mit Verdrängungswettbewerb um jeden Preis. Wenn eine solche Entwicklung vielleicht noch in einer anderen Branche wie etwa Drogeriemarkt oder Sonderposten um sich greife, mache der Einkaufsbummel bald gar keinen Spaß mehr.

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