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Unabhängige stellen Wahlprogramm vor / Zahl der Ratssitze verdoppeln / Keine Plakate

UWG: Priorität auf "wirklich wichtige Dinge"

Bückeburg (bus). Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) strebt bei den Kommunalwahlen am 10. September eine Verdoppelung ihrer Ratsvertretung an. Was zunächst als hochehrgeiziges Vorhaben erscheint, erweist sich bei genauer Betrachtung der Lage als nicht sonderlich zu hoch gegriffen: Die UWG ist im Stadtrat derzeit mitlediglich einem Sitz (Manfred Heidmeier) vertreten; und sie hat mit dem derzeitigen Achumer Ortsvorsteher Gerhard Schöttelndreier einen Kandidaten hinzugewonnen, der beim Urnengang 2001 als parteiloser Einzelbewerber 361 Stimmen (1,38 Prozent) auf sich vereinigte - und der CDU per Zählgemeinschaft zu einem hauchdünnen Vorsprung vor der SPD verhalf.

veröffentlicht am 29.08.2006 um 00:00 Uhr

Gerhard Schöttelndreier (v.l.), Gunnar Preul, Manfred Heidmeier

Wie Heidmeier, Schöttelndreier, Gunnar Preul und Karl-Heinz Bilo während der Präsentation des Wahlprogramms verdeutlichten, will die UWG ihr Ziel ohne aufwändige Plakatierung erreichen: "Damit ist der Wähler nicht zu überzeugen." Als zwei ihrer Kernforderungen nannte die UWG die Erhaltung des Krankenhauses und die Stationierung eines Notarztwagens. Darüber hinaus stehe die UWG für sparsames Haushalten. Teure Prestigeobjekte dienten oft nicht den Bürgern, sondern nur der Selbstdarstellung der Parteien. Ihre Forderung nach mehr Offenheit und Transparenz begründet die UWG mit der häufig nur scheibchenweise Offenlegung der Planungen. "Wenn danndie ganzen Fakten ans Tageslicht kommen, ist es für Korrekturen oft zu spät." Weitere UWG-Forderungen: Abschaffung des Parteien-Monopols bei der Besetzung von Stellen undÄmtern sowie des "Listenplatz-Unwesens", das häufig Kandidaten mit verhältnismäßig wenig Stimmen den Einzug in den Rat ermögliche. Die Vertreter der Wählergemeinschaft hoben hervor, dass die UWG ihren Mandatsträgern bei deren Entscheidungen freie Hand lasse. Sie strebe eine objektive Zusammenarbeit mit allen an, die sich "noch das eigene Denken bewahrt" hätten und stehe für sachorientierte Entscheidungen. Zudem habe die UWG sich die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen auf ihre Fahnen geschrieben. Auf eine Koalitionsaussage angesprochen, hob das Quartett hervor, dass für die Zusammenarbeit mit anderen Parteien ausschließlich sachliche Gesichtspunkte Vorrang besäßen. Man könne auch mit wechselnden Mehrheiten leben. Angesichts der angespannten Haushaltslage müsse Dingen Priorität eingeräumt werden, die "wirklich nötig und wichtig sind". Die UWG trete nicht nur als "Wahlkämpfer" auf, sondern kämpfe auch nach der Wahl für die Interessen der Einwohner der Stadt und der Ortsteile.

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