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Vor Gericht: Teure Bahnfahrt / Richterin: "So doof kann man gar nicht sein"

Urkundenfälschung: Junger Koch haut sich selber in die Pfanne

Haste (menz). Manchmal wird am falschen Ende gespart - und dann wird es oftmals richtig teuer. Für diese Erkenntnis hat ein junger Mann aus Bad Nenndorf jetzt Lehrgeld bezahlt. 40 Tagesätze à 30 Euro kostet den Koch der Strafbefehl wegen Urkundenfälschung.

veröffentlicht am 06.02.2007 um 00:00 Uhr

Der 26-Jährige war im August vergangenen Jahres in der S-Bahn aus Hannover mit einer gefälschten Fahrkarte ertappt worden. Die dilettantische Manipulation der übertragbaren Monatskarte war der Kontrolleurin im Zug nicht verborgen geblieben, obwohl der gefälschte Schein hinter dem Plastiksichtfenster einer Brieftasche präsentiert worden war. Auf die Aufforderung, eine genauere Untersuchung der Karte zu gestatten, habe der Mann recht unwirsch reagiert, gab die Angestellte vor Gericht zu Protokoll, auch den Ausweis habe der junge Mann nur sehr widerwillig herausgerückt. Letztlich hat er dann aber doch brav an Ort und Stelle 40 Euro Gebühr samt 3,20 Euro für den normalen Fahrpreis bezahlt. Bei der Gerichtsverhandlung ist er 26-Jährige aus beruflichen Gründen verhindert, der Rechtsanwalt bringt vor, was ihm aufgetragen worden ist. Nur ausnahmsweise sei sein Mandant an dem Tag mit der Bahn unterwegs gewesen, in der Schlange am Schalter sei ihm die Karte günstig angeboten worden. Sein Mandant habe "in der Eile nicht genaugeprüft" und außerdem sei der junge Mann ein "Laie, der nicht groß mit dem Zug fährt". "So doof kann man gar nicht sein", prallten die Erklärungen an der Strafrichterin ab, schon "oberflächlich" betrachtet, könne man erkennen dass es "eine Fälschung ist". "Einen schönen Gruß von der Richterin", trug Gönna Freifrau von Blomberg dem Rechtsanwalt und den Mandanten auf, aber "wenn etwas so deutlich ist, kann man nicht mehr irren". Das könne man "ohne Brille" erkennen, pflichtete Staatsanwalt Günter Wilkening bei. Laut kriminaltechnischer Untersuchung war die Karte bereits mehrfach geändert worden, es war mit Korrekturflüssigkeit hantiert worden und der Geltungszeitraum mehrfach überklebt.



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