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Uraltthema: Geschlechter im Kampf un der Widerspenstigen Zähmung

Von Michael Ranze

Man kennt das zu genüge: Mann und Frau hassen sich – bis sie anfangen, sich ineinander zu verlieben. Mann und Frau streiten sich - bis sie sich zum ersten Mal küssen. Mann und Frau halten gebührenden Abstand – bis sie sich plötzlich in Armen halten. Das hat man oft gesehen, man weiß, wie es sich entwickelt, man ahnt, wie es endet. Doch weil Sandra Bullock die weibliche Hauptrolle spielt, lässt man es sich noch einmal gerne gefallen.

veröffentlicht am 29.07.2009 um 15:41 Uhr

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Von Michael Ranze

Man kennt das zu genüge: Mann und Frau hassen sich – bis sie anfangen, sich ineinander zu verlieben. Mann und Frau streiten sich - bis sie sich zum ersten Mal küssen. Mann und Frau halten gebührenden Abstand – bis sie sich plötzlich in Armen halten. Das hat man oft gesehen, man weiß, wie es sich entwickelt, man ahnt, wie es endet. Doch weil Sandra Bullock die weibliche Hauptrolle spielt, lässt man es sich noch einmal gerne gefallen.
 Obwohl sie einem zu Beginn ganz schön auf die Nerven geht. Bullock spielt Margaret Tate, eine ehrgeizige, arbeitswütige und tyrannische Verlagslektorin (diesen Typus Frau gibt es natürlich nur in Manhattan), die alle in ihrem beruflichen Umfeld ordentlich schikaniert.
 Besonders ihr Assistent Andrew Paxton (Ryan Reynolds) hat unter Margarets Ungeduld und Launen zu leiden. Das soll sich schlagartig ändern: Margaret ist Kanadierin, ihr US-Visum abgelaufen.  Um nicht aus den Staaten ausgewiesen zu werden, muss sie schnell einen einheimischen Gatten vorweisen. „Wir heiraten!“, befiehlt sie kurzentschlossen ihrem Assistenten, keinen Widerspruch duldend.
Wunderschöne Andrew wollte übers Wochenende seine Eltern in Sitka, Alaska, besuchen. Margaret muss mit – als seine Verlobte. Und nun beginnt der Widerspenstigen Zähmung: charmante Eltern, liebenswerte Dorfbewohner, wunderschöne Landschaft, ein paar Missgeschicke und Peinlichkeiten – die Kratzbürste beginnt aufzutauen. Derweil sind die Hochzeitsvorbereitungen im vollen Gange.
 Endlich beginnt auch der Zuschauer, sich mit dem Film wohler zu fühlen. Denn Hand aufs Herz: Als Büro-Bitch ist Sandra Bullock nicht sehr überzeugend. Da hat ihr Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“ doch einiges voraus.
 Bullock wurde wegen ihres burschikosen Charmes besetzt, der wunderbar mit Ryan Reynolds Gelassenheit harmoniert. Zwischen den beiden stimmt die Chemie, und so ist man bereit, die zahlreichen, manchmal sogar schlimmen Klischees, einige Geschmacklosigkeiten wie den überflüssigen Männer-Striptease und die bereits erwähnte Vorhersehbarkeit zu akzeptieren.  „Selbst ist die Braut“ erfindet das Rad nicht neu. Schon Spencer Tracy und Katharine Hepburn haben sich vor über 70 Jahren auf ähnlich amüsante und unterhaltsame Weise gekabbelt. Im Geschlechterkampf nichts Neues.

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