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Historische Rose wahrscheinlichüber 400 Jahre alt / Pastor: Werben mit "Rosa alba plena"

Uralte Blütenpracht am Kirchengemäuer

Hülsede (nah). Die Wand- und Deckengemälde der St.-Ägidien-Kirche haben Konkurrenz bekommen. Denn vielleicht fast genau so alt wie die Malereien ist der seit einiger Zeit wieder prächtig wuchernde Rosenstock an der Westseite der Apsis. Als Pastor Heinz-Dieter Wittenborn vor 24 Jahren das Pfarrhaus bezog und seinen Dienst in der Gemeinde aufnahm, fand er nur noch einen kümmerlichen alten Stock vor.

veröffentlicht am 04.06.2007 um 00:00 Uhr

Üppig wachsen der Rosenstock "Rosa alba plena" und sein Wurzelsp

Zwar hatte Wittenborn von Anfang an ein Auge auf den Blütenschmuck an der Außenwand des Gotteshauses geworfen, aber erst ein Besucher wies ihn auf den botanischen Schatz hin. Die "Rosa alba plena" sei schon vor 1600 urkundlich erwähnt worden. Sie gilt wegen ihrer Frosthärte als wichtiger Bestandteil von Bauerngärten. Zudem wurde sie gern in der Nachbarschaft von Kirchen und auf Kirchhöfen als blütenreicher Schmuck gepflanzt. Wegen ihrer weiten Verbreitung ist ihre Blüte oft in Familienwappen aufgenommen worden. Das alles hatte der Seelsorger bei seinem Dienstantritt natürlich noch nicht gewusst. Aber die kümmerlichen Reste des alten Stocks rührten ihn. Und so bat er damals bald Schmiedemeister Fritz Baake, eine eiserne Rankhilfe anzubringen. Seither wurden die Triebe konsequent hochgebunden. Die Pflanze dankte es mit immer neuen Knospen und Blüten, die den ganzen Sommer über einen leuchtenden Blickfang bilden. Seit einigen Jahren hat "alba plena" noch Zuwachs bekommen. Aus dem Wurzelstock heraus wuchs ein neuer kräftiger Trieb, an dem sich nicht mehr die vollen Blüten öffneten, sondern nur noch halbgefüllte Kelche. Das ist nicht ungewöhnlich: "Rosa semi plena" ist eine natürliche Rückbildung der gezüchteten edleren Sorte. Der Pastor hatteübrigens in all' den Jahren mit der Hand des Laien den kräftig wuchernden Stock zurückgeschnitten. "So falsch kann es nicht gewesen sein", sagt er heute über seinen Pflegedienst. Aber vor etwa zwei Jahren bat er zum ersten Mal einen Fachmann um Hilfe: Messenkamps Gärtermeister Ingo Meyer pflegt seither den Rosenbusch, damit er noch lange an seinem Standort gedeiht. "Wenn Hildesheim mit seinem tausendjährigen Rosenstock wirbt, dann können wir es mit einem mindestens 400-jährigen tun", meint Wittenborn augenzwinkernd mit Verweis auf die direkte Nachbarschaft von Kirche und Pflanze. Natürlich sei es für ihn keine Konkurrenz zum bauhistorisch wertvollen Gotteshaus, aber eine sinnvolle Bereicherung allemal. Und dass "Rosa alba plena" vielleicht doch schon im 16. Jahrhundert gepflanzt worden sein könnte, will er gar nicht ausschließen. Denn in jener Zeit ist das Innere der Kirche in den Zustand gebracht worden, in dem es Besucher noch heute vorfinden.



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