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Pädagogen droht Ansteckung

Unverantwortliche Anweisung aus dem Kultusministerium

„Gib dem Virus noch eine Chance!“ Die Schließung der niedersächsischen Schulen ist aus Sicht eines Lehrers, der an einer Gesamtschule mit über 800 Schülern arbeitet, richtig und längst überfällig gewesen.

veröffentlicht am 24.03.2020 um 00:18 Uhr

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Zu: „Schwere Aufgabe für Eltern“, vom 14. März

Völlig unverständlich und unverantwortlich ist jedoch die Anweisung aus dem Kultusministerium an alle Lehrkräfte, ihrer „Anwesenheitsverpflichtung in der Schule nachzukommen und dort außerunterrichtliche Aufgaben zu übernehmen“. Während die Unternehmen in Deutschland versuchen, möglichst viele Beschäftigte im Homeoffice arbeiten zu lassen, sollen Niedersachsens Pädagogen die Sporthalle aufräumen oder noch mal gemeinsam die Arbeitspläne im Fach Biologie durchgehen.

Es scheint, als solle dem Virus noch eine letzte Chance gegeben werden, sich über das 80-köpfige Kollegium im System Schule auszubreiten. Dies ist besonders unsinnig, da sich die Versorgung der Schüler mit Aufgaben über das Internet mangels schulischer Arbeitsplätze sowieso nur über das häusliche Arbeitszimmer durchführen lässt.

Jedoch wird offenbar angenommen, dass wir als vereidigte Beamte zu Hause nicht unseren Dienst pflichtgemäß durchführen würden. Die Vorstellung, dass ein Lehrer vormittags heimlich während der Dienstzeit seinen Garten umgraben könnte, scheint ein beängstigenderes Szenario für die Damen und Herren im Kultusministerium zu sein als die Infektion ihrer Mitarbeiter mit einem potenziell tödlichen Virus.

Seuchenbekämpfung sieht anders aus und Fürsorgepflicht für Mitarbeiter sowieso. Letztendlich verbleibt den jeweiligen Schulleitungen die Möglichkeit, den größtmöglichen Teil des Kollegiums ins Homeoffice zu schicken, so wie es dankenswerterweise auch an meiner Schule passiert ist.



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