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Notaufnahme

Unterlassene Hilfeleistung

Zu „In die Notaufnahme mit Polizei-Hilfe?“, vom 16. Januar
Freunde, es reicht, jetzt ist es genug! Von Schmerzen gequälte Notfallpatienten warten stundenlang auf Behandlung in der Notaufnahme des Sana-Klinikums.

veröffentlicht am 28.01.2020 um 21:06 Uhr

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Eine junge Frau wird nach achtstündigem Warten unter unerträglichen Schmerzen mit einer Fehldiagnose wieder nach Hause geschickt. Mehrere Knochenbrüche wurden bei ihr nicht erkannt (Dewezet berichtete).

Ein offensichtlich von krankhafter Selbstüberschätzung besoffener Weißkittel in der Notaufnahme sieht sich standesgemäß als Halbgott und will vom Notarzt mit Verdacht auf lebensgefährliche Krankheiten eingewiesene Patienten abweisen. Dabei ist die Rechtslage klar: Der einweisende Notarzt wählt das unter den Bedingungen anzufahrende Krankenhaus und stellt den Erstbefund. Aufgrund dessen ist der Patient bei vom Notarzt festgestellter Lebensbedrohung vom Krankenhaus (zunächst) aufzunehmen. Punkt! So einfach ist das! Die Abweisung eines vom Tode bedrohten Patienten erfüllt zumindest den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung. Hierbei ist es gleichgültig, ob das Krankenhaus seine Notfalleinrichtungen oder Teile davon „abgemeldet“ hat. Im Bedarfsfall ist die Noteinweisung eines Patienten in das Sana-Klinikum Hameln mit Amtshilfe der Polizei durchzusetzen. Na toll! Soweit sind wir gekommen mit der Privatisierung, mit der Ausbeutung unseres Krankenhauses und seiner Patienten. Eins ist und war immer klar: Vorsätzlich herbeigeführter Personalmangel und knapp gehaltene Kapazitäten erhöhen auf kurze Sicht die Wirtschaftlichkeit und den Gewinn jedes Unternehmens. Mit dem hypnotisch starren Blick auf Profit und Reibach und auf Kosten leidender, vom Tode bedrohter Patienten Geld zu scheffeln, das geht gar nicht, und von Rechts wegen schon lange nicht. Inkompetente Parteibonzen in Stadt- und Kreisverwaltung und die Raffkes der privaten Krankenkassen haben profitbesoffen und geldgeil mit dem Krankenhaus Hameln so richtig Kasse gemacht. Sie konnten es nicht abwarten, unser Krankenhaus 2008 meistbietend zu verschachern. Und jetzt haben wir den Salat! Einer der Kandidaten für die anstehende Landratswahl hat sich für die Rekommunalisierung, für die Rückkehr des Krankenhauses unter das Dach der Stadt und des Kreises, ausgesprochen. Das wird schwierig zu machen und zu bezahlen sein, aber trotzdem: Selten, zu selten, trifft auch unser Städtchen ein Sonnenstrahl, wenn auch aus weiter Ferne.



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