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"Literarisches Kabinett" befasst sich mit heimischen Autoren

Unterhaltung und Nachdenkliches - da ist für jeden etwas dabei

Luhden (sig). Es hat zweifellos Stil und Format - das "Literarische Kabinett" des Eilsener Heimat- und Kulturvereins. Und wer die jüngste Veranstaltung erlebt hat, der kann nur wünschen, dass der Gruppe der Stoff nicht ausgeht. Bei der Suche nach heimischen Autoren ist das eines Tages nicht auszuschließen, aber dann kann man den Kreis größer ziehen.

veröffentlicht am 09.03.2007 um 00:00 Uhr

Marlies Kuhlmann las aus ihrem neuen Heimatbuch.

Auch die Form, in der diese Veranstaltungen ablaufen, hat neue Zugkraft entwickelt. Es gibt keine "Einmannshow", vielmehr sucht ein Trio - jeder auf seine Art - passende Texte aus. Dazu wird musiziert und gesungen. Und schließlich wird der geistigen Nahrung auch leibliche zugefügt. Kein Wunder, dass ein solchermaßen abgerundetes Angebot immer mehr Freunde findet. Bei der jüngsten Zusammenkunft im Luhdener Kirchenzentrum standen Schaumburger Autoren im Mittelpunkt. Dazu passte auch die musikalische Einstimmung: Gemeinsam sang man das Schaumburger Heimatlied, begleitet von Elke Schröder (Akkordeon). Der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Friedrich Winkelhake, stellte nach der Begrüßung das "Schaumburger Lesebuch" von Brage Bei der Wieden vor. Dieser Band behandelt so bekannte Autoren wie Wilhelm Busch, de La Motte-Fouqué und die Brüder Grimm. Zur Einführung gab es kleinere Textbeiträge dieser Schriftsteller. Winkelhake las das Trauergedicht eines Rintelner Studenten, das dieser für seinen Lehrer, den Theologen Josua Stegmann, verfasst hatte. Von dem Seelsorger stammt der bekannte Choral "Ach bleib mit deiner Gnade". Gesungen wurde jedoch das nicht minder bekannte Weserlied des Freiherrn Franz von Dingelstedt. Darauf folgte das "Elfenmärchen" von Fouqué, der einst als preußischer Fähnrich in Röcke einquartiert war. Dieser Text entsprang der großen unerfüllten Liebe zu einer 15-jährigen Beamtentochter. Von dem jungen Offiziersanwärter stammt auch die Vorlage für die märchenhafte Oper "Undine", die Albert Lortzing vertonte. Friedrich Winkelhake befasste sich mit dem Schriftsteller Julius Rodenberg, der den Namen seiner Heimatstadt angenommen hatte und später in der Berliner Kulturszene eine wichtige Rolle spielte. Er war mit Dingelstedt befreundet. Pastor Lutz Gräber zitierte die Balladendichterin Lulu von Strauß und Torney. Die Freundin von Agnes Miegel hatte eine starke Neigung zu dramatischen Inhalten. Dieter Gutzeit hatte sich Balladen des Freiherrn Börries von Münchhausen ausgesucht, der humorvoll von Land und Leuten in seiner Schaumburger Heimat schrieb. In dem Roman "Der Judashof" schilderte Lulu von Strauß und Torney den "Kuckshäger Krieg", bei dem sich die Landwirte gegen Steuererhöhungen zur Wehr setzten. Auszüge daraus las Friedrich Winkelhake. In der Pause wurde ein Schaumburger Gemüseeinstopf, gekocht von Günter Bergmann, zusammen mit heimischem Bier gereicht. Der zweite Teil begann mit einem Achttourigen. Lutz Gräber las einige Gedichte von Wilhelm Busch, dem in nächster Zeit ein besonderer Abend gewidmet werden soll. Das Trio ließ danach Frank Suchland sowie Gerda Haupt und den "Kalendermann" Adolf Holst zu Worte kommen. Es gab noch eine plattdeutsche Einlage, die aus der Feder von Dr. Bensen stammt. In der Schlussrunde waren Lebensweisheiten von Kristiane Allert-Wybranietz zu hören. Die aus Kleinenbremen stammende Autorin Marlies Kuhlmann las aus ihrem neuen Band, der Geschichten rund um Schaumburg, Porta Westfalica und den Taubenberg enthält. Mit Herders Volkslied "Wenn ich ein Vöglein wär`" schloss der Abend.



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