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Große Resonanz auf Infoversammlung gestern Abend: Baugebiets-Gegner machen Unmut Luft / Heute tagt Ausschuss

"Unsinniges Vorhaben" Kirschenallee: Widerstand wächst

Rinteln (crs/ur). Die Initiatoren des Widerstands gegen das geplante Baugebiet an der Kirschenallee stehen nicht alleine da: Auf enorme Resonanz ist die Informationsveranstaltung gestern Abend am Planungsort gestoßen. Etliche der an die hundert Anwesenden machten in teilweise emotionalen Wortbeiträgen ihrem Unmut Luft, viele wollen heute um 18 Uhr zur Sitzung des Bauausschusses kommen - und wohl alle setzten ihren Namen auf die Unterschriftenliste.

veröffentlicht am 11.06.2008 um 00:00 Uhr

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Die Stoßrichtung war klar: Als "unsinniges und katastrophales Vorhaben" bezeichnete Brigitte Möller als Mitinitiatorin des Widerstands das geplante Baugebiet, "schwachsinnig" nannte es Sven Sons, "schizophren" fand es Gerhard Labuhn angesichts freien Wohnraums "en masse", und Heinrich Rehmert fasste zusammen: "Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund für dieses Baugebiet - wir sind alle dagegen." Die Argumente brachte Dr. Susanne Gührs für die Initiatoren kurz und knackig auf den Punkt: 288 freie Baulücken gebe es in Rinteln - aus diesem Grund und angesichts des demografischen Wandels sei ein neues Baugebiet "unnötiger Frevel an der Landschaft", prangerte sie die Versiegelung von Ackerland und zu befürchtende Probleme mit ablaufendem Regenwasser an. "Das Regenrückhaltebecken würde fünf Häuserfronten umfassen" - und, wie Silke Sons ermittelt hatte, die Ausmaße des Rintelner Freibad-Beckens noch übertreffen. Laut wurde auch deutlicherÄrger gegenüber Politik und Verwaltung sowie der Sparkasse als Investor. "Es ist traurig, wie das gelaufen ist", kritisierte Rehmert stellvertretend für viele das Verfahren, bei dem die Anwohner vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Labuhn sprach von "Profitgier", Eugen Heist machte seinen Bedenken Luft, die Verantwortlichen könnten das Vorhaben "durchpeitschen" wollen: "Der Grundgedanke scheint zu sein: Nach mir die Sintflut." Das Verhältnis zwischen Kreditinstituten und Politik prangerte auch Dietrich von Blomberg an, der als Erster seinen Namen auf die Unterschriftenliste setzte: "Denn diese Initiative ist keine Anwohnerinitiative, sondern eine Bürgerinitiative", betonte der Extener unter Applaus. Große Sorgen bereitet vielen Hauseigentümern auch der drohende Wertverlust ihrer Immobilien durch das hier entstehende Überangebot, hatte Silke Sons bereits im Vorfeld des Treffens dargelegt: "Allein in der Pommernstraße hat unser Nachbar Bernd Lindemann ermittelt, dass sieben Häuser faktisch voreinem baldigen Leerstand stehen und nur in einem Fall eine Nachfolgeregelung existiert." Und: Am Lerchenbrink bestehe bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan für 25 Einfamilienhäuser, der bislang noch nicht umgesetzt sei. "Wir wollen den Ratsherren zeigen: Schaut her undüberlegt nochmal", schloss Gührs die Versammlung. "Und lasst bitte den gesunden Menschenverstand regieren." Für eine "Besinnungspause in Sachen Kirschenallee" plädieren unterdessen auch die Rintelner Grünen: "Neubaugebiete auf der grünen Wiese darf es mittelfristig nicht mehr geben", heißt es in einer Pressemitteilung.

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