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„Unser Widerstand heißt Wohnen“

Holzminden (ih/dp). „Unser Widerstand heißt Wohnen!“ – so lautet der Protestspruch von rund 30 Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden.

veröffentlicht am 06.10.2009 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:21 Uhr

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Holzminden (ih/dp). „Unser Widerstand heißt Wohnen!“ – so lautet der Protestspruch von rund 30 Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden.
 Unter dem Motto „Wulff macht’s möglich: Dank Studiengebühren ins Eigenheim“ haben sich die Studenten seit Sonntag im Fachhochschulgebäude im Hafendamm in Holzminden häuslich eingerichtet: Im Eingangsbereich machen es sich die Studierenden auf Sofas und Schaukelstühlen gemütlich, essen Pommes und führen hitzige Diskussionen über ihre Motivation zum Widerstand.
 Betten, Zelte und Sofas in den Seminarräumen, Protestplakate in den Hausfluren und Banner an der Hausfassade sollen den Unmut der Mitglieder der Gruppe „Aktion pro Bildung“ über den Bildungsmissstand zum Ausdruck bringen.
 Am Montag riefen Studenten der Hochschule des Bereichs „Soziale Arbeit“ zu einer Kundgebung vor ihrem Fakultätsgebäude im Hafendamm auf. Weit mehr als 100 Studenten, vorwiegend angehende Sozialpädagogen, kamen zusammen und hörten den mahnenden Worten von Björn Funk, Mitbegründer der „Studentenbewegung“, zu. „Die FH-WG ist Ausdruck unseres fortwährenden Protestes gegen das desolate Bildungssystem“, so „Herbergsvater“ Funk.
 Für vorerst eine Woche wollen die Studenten im FH-Gebäude wohnen. Sie selbst sehen ihre Aktion nicht als Besetzung. „Wir sind hier zu Gast“, so Björn Funk. Der friedliche Protest, bei dem die Seminare in Wohnzimmeratmosphäre weitergeführt werden, knüpft an die Bildungsdemonstration im Juni in Holzminden an, bei der fast 1400 Menschen auf die Straße gingen, um gegen die Bildungspolitik zu demonstrieren (wir berichteten).
 „Bis heute warten wir auf eine Stellungnahme der niedersächsischen Landesregierung“, kritisiert Funk. „Aber wer sich Menschenrechte auf die Fahnen schreibt, kann und darf sich von solchen Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Denn wir resignieren nicht, wir sind stinksauer.“ Bildung ist ein Menschenrecht und müsse deswegen kostenlos sein. Die Studiengebühren erschwerten den Zugang zu guter Bildung.
 Man ist nur einmal Student und sollte das auch genießen können, ohne nachher auf einem Schuldenberg von 20 000 Euro sitzen zu müssen“, gibt er zu bedenken. „Würden wir unsere Studiengebühren zusammenwerfen, wären wir in der Lage, das FH-Gebäude zu kaufen.“
 Innerhalb dieser Woche laden die Protestler zu verschiedenen Aktionen ein, an Diskussionsrunden und dem WG-Alltag teilzunehmen. Viele Dozenten stellen sich auf die Seite der WGler und bieten sogar Workshops zum Thema Bildungspolitik und Studiengebühren an.
 Interessierte können sich darüber hier informieren.

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