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Gesprächsrunde ohne protokollarische Steifheit in partnerschaftlichem Geist

Unkonventionell und voller Rhythmus: Empfang für Kirchenchor aus Togo

Rinteln (ur). So unkonventionell wie der gesungene Auftakt verlief der gesamte Empfang, den die Stadt Rinteln Sängerinnen und Sängern des togolesischen Kirchen-Chores "Nyunyuikadi" im historischen Rathaussaal gab.

veröffentlicht am 22.09.2006 um 00:00 Uhr

Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz begrüßte die auf Einladung der Norddeutschen Mission derzeit durch Niedersachsen tourenden Gäste mit einer kurzen Einführung in die Rintelner Stadtgeschichte und beleuchtete dabei an verschiedenen Betrieben auch die wirtschaftlich-industrielle Entwicklung: "Wiedas Beispiel unserer Glashütte belegt, müssen auch wir uns mit Fragen der Globalisierung auseinandersetzen", hob er als Gemeinsamkeit hervor. Nach der Vorstellung der Chormitglieder durch den togolesischen Kirchenmusikdirektor Kossi Senyo Dom war es schonüberraschend, wie die musikalische Delegation aus Westafrika in der anschließenden Gesprächsrunde diesen politischen Aspekt aufgriff: Alle stellten interessierte Fragen zum Stand der Emanzipation in Stadtverwaltung und Kommunalparlament, hinterfragten die demokratischen Strukturen verschiedener Gremien und verglichen den föderalistischen Aufbau der Bundesrepublik mit der zentralistischen Orientierung ihrer ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Dass der Bürgermeister dabei kompetente, offene und verständliche Auskunft gab, führte wohl zu den heftigen Beifallsstürmen der Gäste, als Buchholz (auf direktes Befragtwerden) "zugeben musste", erst kürzlich mit rund 67 Prozent im Amt bestätigt worden zu sein. Beifall auch für seinen Wunsch nach einer "Entwicklung zu mehr Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit in Togo". In einer kurzen Darstellung heutiger Missionsarbeit betonte Generalsekretär Hannes Menke von der Norddeutschen Mission: "Die klassisch-einseitige Orientierung ist längst einem partnerschaftlichen Miteinander gewichen, in dem deutsche, ghanaische und tologolesische Kirchen gleichberechtigt kooperieren." Dies verdeutlichte Menke zudem am Beispiel einer neu entwickelten Kinderbibel, die in deutscher und englischer Sprache, aber auch in der togolesischen Amtssprache Französisch und in der nationalen Mehrheitssprache Ewe erscheinen wird. Eine ausführliche Rezension zum Konzert der Gäste in Kloster Möllenbeck lesen Sie morgen auf unseren "Kultur lokal"-Seiten.

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