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SPD und Schulleiter stellen 30-Millionen-Umbau für Schulzentrum Nord infrage – für Neubau einer IGS

„Unglaublich, was wir hier erleben“

Die Vorentscheidung für den Umbau des Schulzentrums Nord ist gefallen, die Mehrheitsgruppe aus CDU und Grünen sowie die FDP setzten sich am Ende durch. Vorausgegangen war eine allerdings eine heiße Diskussion mit der SPD Schulleitern, die nun lieber eine eigene IGS bauen würden.

veröffentlicht am 25.02.2016 um 21:24 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Hameln. Nach einer heißen Diskussion fiel gestern die Vorentscheidung für den 30 Millionen Euro teuren Umbau des Schulzentrums Nord. In der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Schule und Stadtentwicklung setzten sich die Mehrheitsgruppe aus CDU und Grünen, die FDP und die Linke durch. Die SPD dagegen enthielt sich. Sie plädierte auf den letzten Metern dafür, die fünfjährigen Planungen, für die bislang fünf Millionen Euro ausgegeben wurden, zu überdenken und die Entscheidung zu vertagen.

In Erwägung gezogen wurde von den Sozialdemokraten ein Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) auf dem Gelände des Gundolph-Parks in Nachbarschaft zur geplanten Elisabeth-Selbert-Schule. Rückendeckung bekamen sie von Wolfgang Weber, Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums, und Gudrun Kruppe, Schulleiterin der IGS. Weber verglich die Planung mit einem Zug, der auf die Gleise gesetzt wurde, ohne dass man wusste, wie der Endbahnhof aussehe. Er mahnte, die steigenden Schülerzahlen am Gymnasium im Auge zu behalten und erklärte, dass ein Neubau nicht wesentlich teurer käme, wenn man Folgekosten bei AEG/IGS dazurechne. Für Kruppe sei die Idee mit dem Neubau „überraschend“ gekommen, und tatsächlich war diese Idee nie Teil der Wirtschaftlichkeitsstudie. Um eine Vorstellung zu den Kosten für eine eigene IGS zu bekommen, hatte Stadtbaurat Hermann Aden eine Zahl nachgeliefert – rund 38 Millionen Euro.

Während sich für Kruppe, Weber und die Sozialdemokraten eine Alternative auftut, schlugen die Emotionen bei diversen Politikern hoch. So schäumte Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU): „Das ist unglaublich, was wir hier erleben“. Er warf den Schulleitern vor, die Entwürfe der Architekten mit abgesegnet zu haben und eine unehrliche Diskussion zu führen: „Ich bin enttäuscht“. Zudem habe man über Raumalternativen gesprochen, zum Beispiel die Auslagerung der Musikschule. Man wolle gar nicht zusammenkommen, setzte Herbert Habenicht (FDP) aufgeregt hinzu. Die Vorwürfe, die die beiden Schulleiter einstecken mussten, wurden mit viel Pfeffer vorgebracht.

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Unehrlichkeit wollte Weber dann aber doch nicht auf sich sitzen lassen: „Gerade das war mein Beweggrund, etwas zu sagen“. Auch Kruppe kritisierte, dass der Schwarze Peter nur den Schulleitungen zugeschoben werde. „Bislang hieß es immer, ein Neubau sei nicht möglich.“ Die Schulleiterin hatte während einer kurzen Sitzungsunterbrechung mit einer Elternvertreterin Rücksprache gehalten, die diese Aussage bestätigt habe.

„Ich bin nicht einverstanden, wie mit den Einwänden umgegangen wird“, erklärte Christian Burger, Lehrer des Schiller-Gymnasiums und in beratender Funktion im Ausschuss. Es sei nicht so, dass den Schulleitern „die Gier in den Augen steht, um das Projekt zu torpedieren“. Vielmehr sei es vielleicht so, dass Zügigkeit und pädagogische Gründe zurückgestellt wurden.

Einen letzten Dämpfer verpasste Claudio Griese der kurzen neuen Idee am Ende, indem er sagte, dass Landrat Tjark Bartels (SPD) vor einem Modell, bei dem die Stadt Hameln als eigener Schulträger Mieter beim Landkreis sei, ausdrücklich gewarnt habe. Er habe damit bereits schlechte Erfahrungen.

Endgültig entschieden wird am 9. März im Rat.

Diskussionen um das Schulzentrum Nord und kein Ende – die Politik ist empört, dass die Pläne kurz vor Schluss wieder infrage gestellt werden.



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