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Ordnungsamt: Bundesweite Regelung / Für den Einkauf zwei Stunden zu wenig

Ungerecht: Wer keinen Parkschein löst, zahlt fünf, wer überzieht 15 Euro

Rinteln (clb). Das Problem verfolgt Karl-Heinz Rabbeau seit Jahren: Wo kann man in der Innenstadt parken, ohne alle zwei Stunden einen neuen Parkschein lösen zu müssen? Der Anwohner der Bäckerstraße ärgert sich über die gesamte Parkregelung in der Altstadt - und hat schon so manchen Strafzettel bekommen.

veröffentlicht am 05.06.2007 um 00:00 Uhr

Karl-Heinz Rabbeau: Manche Parkegelung in der Innenstadt entbehr

"In der Bäckerstraße darf nur auf den grau gepflasterten Flächen geparkt werden. Wenn man sein Auto auf eine rote Fläche stellt, bekommt man eine Verwarnung wegen ?Parkens auf nicht gekennzeichneten Flächen' und muss zehn Euro Strafe bezahlen", weiß Rabbeau aus Erfahrung und wirft die Frage auf: "Woran soll man erkennen, wo geparkt werden darf, wenn nirgendwo ein Hinweis darauf gegeben ist?" Zudem stört ihn die Regelung, dass man in der gesamten Altstadt nur zwei Stunden lang (zum Preis von einem Euro) parken darf. "Für Besuche oder bei einem Einkauf sind zwei Stunden einfach zu wenig." Dass ein Parkschein nur in der Straße gültig ist, in der er gelöst wurde, hält Rabbeau ebenfalls für unsinnig. "Es müsste eine Regelung geben, dass Parkscheine für den gesamten Innenstadtbereich gültig sind", meint er. Eine weitere Sache, die Rabbeau nicht einleuchtet, ist die Tatsache, dass jemand, der gar keinen Parkschein gelöst hat, nur 5 Euro Strafgeld zahlen muss, während jemand, der die Parkzeit überschreitet, gleich mit 15 Euro zur Kasse gebeten wird - selbst wenn es nur eine Minute ist. "Da empfehle ich doch jedem, bei dem es etwas länger dauern könnte, lieber erst gar keinen Parkschein zu lösen!" Dass man mit dieser Option günstiger wegkommt, hat der Pensionär bereits am eigenen Leib erfahren: Am 9. Mai hat er um 16.09 Uhr in der Brennerstraße einen Schein gelöst, der bis zum nächsten Vormittag, 9.09 Uhr, gültig gewesen ist, da Parken in der Altstadt zwischen 16.30 und 9 Uhr generell kostenlos ist und die nicht verbrauchten Minuten noch am nächsten Tag genutzt werden können. Da Karl-Heinz Rabbeau die Parkzeitüberzogen hatte, bekam er am nächsten Vormittag um 10.24 Uhr einen Strafzettel in Höhe von 15 Euro - was er nach wie vor unlogisch findet: "Für diesen Tag habe ich keinen Schein gelöst, ich hätte normalerweise nur fünf Euro zahlen müssen - so als ob ich gar keinen Schein gehabt hätte." Da Rabbeau nicht bereit ist, dieser Forderung nachzukommen, hat er sich an das Ordnungsamt der Stadt gewandt, wo er folgende Begründung für die Strafe von 15 Euro bekommen hat: "Überschreitung der Parkdauer länger als eine Stunde." Doch weil es ihm nicht ums Geld, sondern ums Prinzip geht, beharrt er weiterhin auf seiner Meinung: "Ich werde nur fünf Euro zahlen!" Seiner Ansicht nach hätte eine geschulte Politesse diesen Fehler erkennen müssen. "Meine Vermutung ist, dass dieses ganze verwirrende Parksystem nur gemacht ist, um Geld zu kassieren." Sein eigenes Parkplatzproblem hat Rabbeau jedoch trotzdem gelöst: Er stellt seinen Wagen jetzt - problemlos und völlig umsonst - hinter dem Hotel "Stadt Kassel" ab. Doch auch das brachte bereits Schwierigkeiten mit sich: Jahrelang habe er dort kostenlos parken können, sagt er, bis er eines Tages einen Strafzettel bekommen habe. Da das neben seinem geparkte Auto keinen Zettel bekommen hat, habe er sich an das Ordnungsamt gewendet - mit der Begründung, dass die Gleichbehandlung schließlch gegeben sein müsse. Daraufhin habe er zur Antwort bekommen, dass dieser Autofahrer eine Sondervereinbarung beantragt habe. Als Rabbeau daraufhin ebenfalls eine solche Sondervereinbarung beantragen wollte, habe er nie eine Antwort auf seine Anfrage bekommen. "Und seit zwei Jahren werde ich dort komischerweise in Ruhe gelassen und kann den Parkplatz ungestört benutzen!" Einen Strafzettel, den habe er dort nie wieder bekommen.

Wer hier seinen Wagen abstellt, riskiert kein Knöllchen.
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