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Ingenieurbüro empfiehlt langen Wall

Ungemach droht: Buddeln für den Hochwasserschutz

Riepen (rwe). Für den Hochwasserschutz in Riepen steht der Stadt möglicherweise schon bald eine sechsstellige Ausgabe ins Haus. Um den Ortsteil vor einem Jahrhunderthochwasser der Rodenberger Aue zu schützen, empfiehlt das Ingenieurbüro Kirchner einen etwa 1,2 Kilometer langen Wall. Die Kosten könnten sich grob geschätzt im Bereich um 300 000 Euro belaufen. Der Umweltausschuss empfahl, dem Vorentwurf entsprechend die Planung weiter voran zu bringen.

veröffentlicht am 13.06.2008 um 00:00 Uhr

Das Wort hört sich gewaltig an. Um die Ortslage Riepens vor dem Wasser der Rodenberger Aue zu schützen, sollte die Stadt östlich einen 1200 Meter langen Wall aufschütten lassen. Doch die Bewohner müssen nicht fürchten, dass künftig ein Deich ihnen die Sicht versperrt. Der Wall würde nur etwa 50 bis 80 Zentimeter hoch und im bewachsenen Zustand für die Betrachter kaum wahrnehmbar sein. Diese Ansicht vertraten Geschäftsführer Christian Rapp und Projektingenieur Jürgen Rabe vom Stadthäger Büro Kirchner, die dem Bad Nenndorfer Umweltausschuss den Vorentwurf zum Hochwasserschutz vorstellten. Aber schon diese 50 bis 80 Zentimeter hohe Delle im Gelände dürfte für eine Menge Arbeit und Kosten sorgen. Denn durch den derzeit groß skizzierten Wall reduziere sich die Retentionsfläche für die Aue um zwei Hektar, die Maßnahme liegt im neu festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Das bedeutet: jeder aufgetragene Kubikmeter Boden muss an anderer Stelle wieder ausgebuddelt werden, damit am Ende das Wasser nicht bei den Unterliegern in Ohndorf in die Keller schwappt. Etwa 4000 bis 5000 Kubikmeter Erde müssten bewegt werden, allerdings befindet sich die Planung noch im Frühstadium.. Die Diplom-Ingenieure legten ihrem Modell ein hundertjähriges Regenereignis zugrunde. "Das haben wir bisher noch nicht erlebt", sagte Rapp. In diesem Fall sei die Riepener Ortslage gefährdet, das Wasser erreiche Grundstücke und Wohnhäuser. Eine passive Maßnahme sei einfacher als der Schutz einzelner Grundstücke Sie empfahlen,den Wall auf Wiesen und Weideland anzulegen. Ackerflächen eigneten sich dafür nicht, da die Anhöhe im Laufe der Zeit wieder weg gepflügt würden. "Wo ist der geringste Eingriff, wo entstehen die geringsten Kosten?" fragen sich die Ingenieure nun. Sie wollen als nächstes die Nutzung der östlichen Flächen prüfen, um den Verlauf des Walles festlegen zu können und auch festzustellen, wo sich als Ausgleich der Boden abtragen ließe. Rabe hatte dafür einige kleine Erhebungen in dem Landschaftsschutzgebiet ausgemacht, die mit Baumaschinen aber nur schwierigzu erreichen seien. Angesprochen auf die Kosten, äußerten sie sich sehr vorsichtig, schätzten die Bausumme auf etwa 300 000 Euro. Die Mitglieder im Umweltausschuss nahmen den Entwurf nicht zur Kenntnis, sondern sprachen sich einstimmig dafür aus, die Planung weiter zu verfolgen. Ratsherr Ralph Tegtmeyer hatte dies zuvor vehement gefordert, da der Hochwasserschutz ein Bestandteil des Dorferneuerungsprogramm werden soll. Das Konzept dafür soll schließlich Ende dieses Jahres stehen.



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