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"Tropicana": Besucher erleiden Schädeltrauma und Haarrisse im Knöchel / Betreiber bedauert Vorfall

Ungebremst gegen Rutschenwand geprallt

Stadthagen (fox). In der Rutsche des neuen "Tropicana" haben sich, wie erst jetzt bekannt wurde, während der "Halloween-Schwimmnacht" am 27. Oktober Unfälle ereignet. Die Wirtschaftsbetriebe Stadthagen, Betreiber des Schwimmbades, machen einen technischen Defekt dafür verantwortlich. Die Attraktion ist seit rund 14 Tagen gesperrt.

veröffentlicht am 30.11.2006 um 00:00 Uhr

Bislang haben Michael Unruh (l.) und dessen Anwalt versucht, sic

Michael Unruh aus Bückeburg plagen noch immer kurzzeitig auftretende starke Kopfschmerzen. Diese sind die Folge eines Unfalls in der rund 70 Meter langen Rutsche des Spaßbades. Der Gastronom hatte anlässlich der "Halloween-Schwimmnacht" gemeinsam mit drei Freunden und weiteren Gästen gegen 22 Uhr die Rutsche benutzt und war als Zweiter gerutscht, als die Ampel am Einstieg "Grün" anzeigte. "Als ich unten angekommen war, schoss ich durch das Auffangbecken und prallte nahezu ungebremst seitlich gegen eine Wand. Es war kaum noch Wasser in dem Auffangbecken, das mich hätte abbremsen können", berichtete der Bückeburger. "Ich habe für kurze Zeit alles in Grau gesehen, keine Farben mehr." Sein befreundeter "Vorrutscher" habe weniger Glück gehabt. "Alfred wurde gerade aus dem Becken gezogen, als ich unten ankam. Er wurde in einem Rettungswagen weggebracht. Später stellten Ärzte Haarrisse am Knöchel sowie eine Innenbanddehnung am Knie fest." Unruh selber fühlte sich zunächst nicht schlecht. Am nächsten Tag jedoch sei ihm stark schwindelig gewesen, und er habe das Krankenhaus Bethel in Bückeburg aufgesucht. "Die haben mich gleich anderthalb Tage da behalten", sagte der Gastronom. Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen "von oben bis unten", wie Unruhs Rechtsanwalt Andreas Schneider aus der Krankenakte zitierte. Unruh und Schneider versuchen, sich mit den Wirtschaftsbetrieben außergerichtlich zu einigen - bisher ohne Erfolg. "Die Betreiber haben die Ansprüche als unbegründet zurückgewiesen, räumen jedoch einen technischen Defekt ein", sagte der Rechtsanwalt. Das "Tropicana" mache einen Fehler in der Ampel für den Unfall verantwortlich, die "Rot" hätte anzeigen müssen, weil im Auffangbecken zu wenig Wasser war. "Wir sind auf den Hersteller der Regeltechnik, beziehungsweise an den Generalbauunternehmer des ,Tropicana' verwiesen worden", so Schneider. "Wir sind aber der Auffassung, dass sich das ,Tropicana' nicht auf eine neue, anfällige Regeltechnik allein hätte verlassen dürfen und damit seine Aufsichts- und Schutzpflichten eindeutig verletzt hat." Helmut Kirchhöfer, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe, bedauert und bestätigte den Vorfall: "Da gibt es nichts wegzudiskutieren - die Ampel hat nicht auf Rot geschaltet, obwohl die Wasserpumpe für die Rutsche aus war." Kirchhöfer ist der Ansicht, dass der Rutschenhersteller für einen reibungslosen Betrieb der Attraktion zu sorgen habe. Ob die Versicherung des Bades für Schmerzensgeld und Verdienstausfall aufkommt, konnte der Manager nicht sagen: "Alle Wege sind offen." Bei einer Begehung mit den Herstellerfirmen sollen am heutigen Donnerstag die Probleme behoben werden. Es ist geplant, die Rutsche dann nach rund 14-tägiger Pause wieder in Betrieb zu nehmen.

Helmut Kirchhöfer, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadt
  • Helmut Kirchhöfer, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen, am leeren Auffangbecken der gesperrten Rutsche: "Die Ampel hätte auf Rot umschalten müssen."
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