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Vor Gericht: Erheblich vorbestrafter 33-Jähriger hatte Strafbefehl nicht akzeptiert

Unfall mit geklautem Fahrrad - sechs Monate Gefängnis für Rintelner

Rinteln (maf). Zwei Jahre nach dem unbefugten Gebrauch eines gestohlenen Fahrrades muss ein arbeitsloser Rintelner (33) nun für sechs Monate hinter Gitter.

veröffentlicht am 23.10.2006 um 00:00 Uhr

Im November 2004 war der aus dem Kosovo stammende Mann mit einem Mountainbike unterwegs, das Unbekannte sechs Wochen zuvor geklaut hatten. Dass der Angeklagteüberhaupt ins Gefängnis muss, hat er sich letztlich selbst zuzuschreiben: Nach der Tat erging gegen den gelernten Maurer ein Strafbefehl, der eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen vorsah. Der Mann fühlte sich zu Unrecht bestraft und legte Einspruch ein. Es kam zu einer notwendigen Hauptverhandlung, in der er vom Rintelner Amtsrichter freigesprochen wurde. Dieses Urteil wiederum akzeptierte die Staatsanwaltschaft nicht und ging in die Berufung. Mit Erfolg: Die 4. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Bückeburg unter Vorsitz von Richter Friedrich von Oertzen verhängte jetzt sechs Monate Haft und folgte damit dem Antrag des Leitenden Oberstaatsanwalts Thomas Pfleiderer. Der Fall: An einem Novembernachmittag fuhr der erheblich vorbestrafte Angeklagte mit dem Mountainbike und gesenktem Kopf auf der Ostertorstraße. Dabei prallte er gegen ein Auto, das vorsichtig aus einer Grundstücksausfahrt kam. Nach dem kleinen Unfall mit nur geringen Schäden schob der 33-Jährige das Rad in einen Hinterhof und stellte es an einem Schuppen ab. Dann kehrte er zur Unfallstelle zurück und wartete mit dem Autofahrer aufdie Polizei. Einem Beamten, der das hochwertige Mountainbike sehen wollte, zeigte der Arbeitslose stattdessen einen alten Drahtesel mit fast platten Reifen. Danach präsentierte er noch zwei weitere "falsche" Räder aus dem Hinterhof. Der hartnäckige Polizist suchte schließlich die Umgebung ab und fand das am Schuppen abgestellte Mountainbike. Ein Blick in den Polizeicomputer offenbarte: Das Fahrrad war gestohlen. Dem Gericht erzählte der von Rechtsanwalt Thomas Vollbrecht verteidigte Angeklagte eine unglaubwürdige Geschichte. Demnach habe er zunächst gedacht, das Fahrrad gehöre seiner Schwägerin. Kurz nach dem Unfall will er dann von einem Bekannten erfahren haben, dass es sich um ein gestohlenes Rad handele.

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