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Bei schönstem Herbstwetter: 60 Reiter nehmen am Sternritt durchs Schaumburger Land teil

"Undüber meiner Mütze nur die Sterne"

Auetal/Landkreis (rnk). Das Glück dieser Welt liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Und das ist wohl gleich doppelt und dreifach der Fall, wenn die Sonne dazu scheint und Ross und Reiter gemeinsam ein paar Stunden in der freien Natur verbringen können. Rund 60 Reiter jeden Alters haben gestern das wunderbare Vorherbstwetter genutzt, um am diesjährigen Sternritt der Schaumburger Reiter teilzunehmen.

veröffentlicht am 09.10.2006 um 00:00 Uhr

Während die einen prüfen und klönen, üben die anderen die ersten

Stadthagen, Ahnsen, Auetal: Aus allen Himmelsrichtungen trafen die kleinen und großen Pferdefreunde gestern auf der großen Lichtung neben dem jbf-Gelände ein, um nach ihren unterschiedlich langen Ritten noch ein bisschen zu klönen und dem Nachwuchs bei den ersten Prüfungen zuzusehen. Denn bei der Führzügelprüfung wird das Pferd mit den kleinsten Reitern (ab fünf Jahren)zwar von einem Größeren geführt, aber gewertet wird auch: Sitzt das Kind gerade? Wie geht es mit dem Pferd um? Kurzum: Der Gesamteindruck zählt. Der Sternritt im Schaumburger Land blickt auch schon auf eineüber 50-jährige Geschichte zurück. Generell ist er ein Herzstück des Wanderreitens, das bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Damals reisten Vornehme und Wohlhabende zu Pferd, ähnlich wie heutige Wanderreiter, im Unterschied zum gemeinen Volk, Mönchenund Studenten, die mit ihren beschränkten finanziellen Mitteln zu Fuß gingen. Jahrhundertelang waren Reisen zu Pferd nichts besonderes. Selbst Goethe pflegte zu unterschiedlichsten Anlässen lange Strecken im Sattel zurückzulegen. Der Dichterfürst hatte sogar noch genug Muße, um noch ein paar Verse zu Papier zu bringen: "Lasst mich nur auf meinem Sattel gelten!/ Bleibt in euren Hütten, euren Zelten!/ Und ich reite froh in alle Ferne,/ Über meiner Mütze nur die Sterne."

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