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Kirchplatzanlieger protestieren: Trotz Zusagen passiert nichts / Debatte um Marktplatzgestaltung beendet

Und wo bleiben die neuen Blumenkübel?

Rinteln (wm). Anfang Juni dieses Jahres hatte Michael Wethmüller als Sprecher der Interessengemeinschaft der Einzelhändler und Gewerbetreibenden abseits der Fußgängerzone und des Marktplatzes im Rathaus angemahnt, die Anlieger am Kirchplatz fühlten sich "abgehängt". Seit der Verkehrsberuhigung 1982 sei hier nicht mehr investiert worden, die 26 Jahre alten Blumenkübel längst unansehnlich geworden, das Unkraut wuchere zwischen den Pflastersteinen.

veröffentlicht am 31.07.2008 um 00:00 Uhr

Michael Wethmüller: "Neue Töpfe wie dieser wären ein Gewinn."

"Inzwischen ist der Hochsommer da und die Touristen, und passiert ist nichts - trotz aller Versprechungen der Verwaltung", klagte gestern Wethmüller im Namen seiner Kollegen und ließ deren Unmut auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Baudezernent Reinhold Koch per E-Mail wissen. Wethmüller: "Es ist frustrierend für die Anlieger des Kirchplatzes, die sich große Mühe geben, ihre Gebäude nebst Ambiente im Sinne einer Touristenstadt vorteilhaft und anheimelnd zu gestalten, wenn sie das Umfeld eines verwahrlosten Stadtteils haben." Eine E-Mail, die Wirkung gezeigt haben muss: Denn noch am selben Tag rückten Mitarbeiter des Bauhofes an, um das Unkraut rund um die Pflanzkübel zu beseitigen. Koch versicherte gestern auf Anfrage, er könne den Unmut der Anwohner nachvollziehen, doch eine Lösung sei in Sicht. Die Verwaltung habe vor dem Problem gestanden, passende Pflanzkübel zu finden. Denn die dürften nicht zu teuer sein, dafür transportabel (also abzubauen bei Messe und Altstadtfest), gleichzeitig so stabil, dass sie nicht sofort umkippen, wenn nächtliche Kneipengänger im Übermut daran rütteln. Mit den üblichen Plastikkübeln sei es also nicht getan. Wo das Limit für die Kübelaktion liegt, hat sich bei den Anwohnern inzwischen herumgesprochen: Bei 30 000 Euro habe der Bürgermeister abgewunken. Wethmüller mag das nur begrenzt nachvollziehen, angesichts der Summen, die am Weseranger für einen "überflüssigen Radweg" ausgegeben werden. Dafür ist die von Bodega-Chef Arif Sanal und dem Obernkirchener Architekten Wolfgang Hein favorisierte Umgestaltung der Marktplatzgastronomie vom Tisch. Sanal und Hein hatten vorgeschlagen, man sollte auf dem Marktplatz in Rinteln, ähnlich wie man es in vielen Städten im Süden sieht, die Bewirtschaftung auf den Innenplatz des Marktplatzes konzentrieren. Das hätte den Reiz, dass ein besserer optischer Eindruck des Platzes entsteht und die Fassaden frei bleiben. Kompakte Gastronomie in der Mitte des Platzes wecke auch dann einen lebendigen Eindruck, wenn nur die Häfte der Stühle besetzt sei. Baudezernent Koch fand die Idee durchaus ansprechend, eine solche Gestaltung findet man in vielen Touristenstädten südlich der Mainlinie. Das Konzept wäre auch, so Koch, mit gewissen Abstrichen durchaus zu realisieren gewesen. Gekippt haben die Pläne letztlich die übrigen Gastronomen am und um den Marktplatz. In einer Gesprächsrunde im Rathaus hinter verschlossenen Türen, wo es zeitweise sehr hoch hergegangen sein soll, sprach sich die Mehrheit vehement dagegen aus. Hauptkritikpunkte waren unter anderem der Mehraufwand für die Logistik, der Service muss weiter laufen und dass pro Betrieb höchstens ein paar Tische mehr hätten herausgestellt werden können. Fazit der Gastronomen: Das rechnet sich nicht. Architekt Hein bedauert, dass hier eine Chance vergeben worden ist und bezweifelt die Stichhaltigkeit vieler Argumente. So zum Beispiel, dass die Außengastronomie sich dann nicht mehr unterscheiden würde. Das sei, so Hein, durch unterschiedliche Möblierung im Grunde kein Problem. In anderen Städten funktioniere so ein Konzept problemlos. Arif Sanal, war zu hören, will trotzdem einen neuen Ansatz wagen. Zum Altstadtfest soll der Brunnen mit einem Überbau versehen werden, wo dann Außengastronomie angeboten wird. Koch versicherte, die Konstruktion sei TÜV-geprüft, mit Geländer und werde von der Stadt abgenommen. Es könne ein Testlauf sein, die Außengastronomie auf dem Markt doch anders zu konzipieren.



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