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Wer vermisst zehn Jungenten? / In Röhrkasten zugelaufen / Lesen können Enten wohl nicht

Und plötzlich hat man ein tierisches Problem

Röhrkasten (rnk). Am späten Dienstag sind sie gekommen, am Mittwoch waren sie wieder weg. Am Donnerstag sind sie erneut aufgetaucht, und dieses Mal wollen sie offensichtlich bleiben, weil es ihnen hier gefällt. Damit stellen sie Manuela Willms vor ein Problem: Was, bitte schön, macht man denn mit einer zugelaufenen zehnköpfigen Herde von Jungenten?

veröffentlicht am 07.06.2008 um 00:00 Uhr

Schon beim ersten Auftauchen der Enten-Gang in ihrem Garten hat Manuela Willms die Nachbarschaft abgeklappert. Ohne Ergebnis, niemand vermisste die Tiere. Vorgestern hat sie zunächst dort angerufen, wo die Freunde und Helfer gemeinhin sitzen. Doch bei der Polizei hat man ihr - nach dem ersten Gelächter - nicht weiterhelfen können. Sie solle doch bei der Stadtverwaltung nachfragen. Aber auch im Rathaus konnte man ihr - nach dem ersten Gelächter - keinen Rat geben: Das Fundbüro, hat Frau Willms nebenbei gelernt, ist zwar für Fundsachen zuständig, aber dazu zählen lebende Tiere eben nicht. Dritter Versuch: das Veterinäramt in Bückeburg. Dort hat man ihr - nach dem ersten Gelächter - geraten, erst einmal Entenfutter zu kaufen und weiter nach dem Besitzer zu suchen. Und wenn sich der nicht findet? "Dann sind sie jetzt glückliche Mutter einer zehnköpfigen Entenfamilie." Und: "Herzlichen Glückwunsch." Bis zum Kauf des Entenfutters wurde die Entenschar mit Nudeln gefüttert, aus Material, das sich so auf dem Hof anfand, hat Manuela Willms mit ihrer Tochter Anna ein Gehege gebaut. Das musste nach ein paar Stunden wieder ab- und etwas weiter wieder aufgebaut werden: Enten lieben frisches Gras, der erste Platz war schnell leergefuttert. Und während Manuela Willms nun wartet, dass sich jemand meldet, dem eine zehnköpfige Entenschar ausgerissen ist, hat Töchterchen Anna die ersten Flauschbällchen schon getauft. Der mit dem großen schwarzen Streifen auf dem Rücken, der heißt "Schwarzenegger." Einen Erkenntnisgewinn ist aus der Geschichte auch zu ziehen: Enten können offensichtlich nicht lesen. Denn dort, wo jetzt ihr neues Zuhause ist, da ist auch? Genau: der Fleischmarkt.

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