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Neujahrs-Forum der Volksbank Hameln-Stadthagen: Positiver Grundtenor und massive Kritik am Gleichstellungsgesetz

Und alle hoffen auf einen anhaltenden Aufschwung

Stadthagen (ssr). Mit deutlich stärkerem Optimismus als in den vergangenen Jahren blicken die fünf "Schaumburger Wirtschaftsweisen" in das Jahr 2007. Beim "Neujahrs-Forum" der Volksbank Hameln-Stadthagen mischten sich in den Grundtenor einer positiven Erwartung an die wirtschaftliche Entwicklung nur vereinzelte Moll-Töne.

veröffentlicht am 17.01.2007 um 00:00 Uhr

Eingangs hatte Volksbank-Chef Walter Wiedbrauck vor den 260 Zuhörern im Ratskeller mit der Analyse "Der Aufschwung hat die Region erreicht" einen unüberhörbaren Akzent des Optimismus gesetzt. Das Fachreferat wurde von Dirk Riechers, stellvertretender Geschäftsführer der Weserbergland Tourismus e.V., zum Thema "Tourismus als Chance für das Schaumburger Land" gehalten (siehe Artikel unten). Den stärksten Optimismus drückte Reinhard Winter von der Industrie- und Handelskammer aus: "Die Auftragsbücher sind so gut gefüllt wie wie lange nicht mehr." Auch Fritz Pape von der Kreishandwerkerschaft zeigte sich zuversichtlicher als sonst, machte aber eine weitere Belebung der Binnennachfrage zurVoraussetzung. Optimistisch auch Michael Stemme vom Job-Center, der gute Chancen sah, die Arbeitslosenquote im Kreis verlässlich auf unter zehn Prozent zu drücken. Einen zumindest vorsichtig positiven Trend für den Einzelhandel zeichnete Nikolaus von Schöning vom Stadtmarketing Stadthagen. Eineimmerhin stabile Entwicklung prognostizierte Landvolk-Vertreter Friedrich Wilharm für seine Branche. Zentrales Einzelthema der einstündigen Debatte war die Ausbildungssituation. Winter und Pape konnten auf eine im Jahr 2006 stark gestiegene Zahl an Lehrstellen verweisen. Viele Firmen hätten den bald drohenden Fachkräftemangel erkannt und würden jetzt Personalentwicklung betreiben. Viele der Bewerber seien jedoch nicht "marktgängig". Was das heißt, kleidete von Schöning in klare Worte: "Da gibt es etliche Bewerbungsschreiben, die man gar nicht entziffern kann." Job-Center-Chef Stemme kündigte an, seine Einrichtung werde sich speziell um diese "schwierigen Kunden" kümmern. Die Folgen der Mehrwertsteuer-Erhöhung sind nach Einschätzung von Winter auf eine zeitlich befristete "Delle im Konsum zu begrenzen, wenn die Preise entsprechend gestaltet werden". Kritischer war Pape: "Die Steuererhöhung verschärft den Konkurrenzkampf unseres Handwerks vor allem mit Anbietern aus dem Osten Europas". Große Erwartungen richteten die "Wirtschaftsweisen" auf die neuen Brüsseler Förder-Richtlinien, die speziell auf den Mittelstand zugeschnitten sind. Winter und Pape appellierten an die Firmen, die sich daraus ergebenden neuen Chancen auf Zuschüsse intensiv zu sondieren. Massive Kritik hagelte es hingegen zum "Gleichstellungsgesetz", bei dem der Bund eine EU-Vorgabe sogar noch verschärft habe. Dieses stellt laut Pape "eine Tretmine für jeden Unternehmer" dar: "Ich verzweifele, ob dem, was da verbrochen worden ist." Winter ("Mir stehen die Haare zu Berge") berichtete vom ersten Fall kreisweit, bei dem ein junger Mann wegen einer abgelehnten Bewerbung unter Berufung auf diesesGesetz klagt. "Ich bin gespannt, wie die Rechtssprechung sich verhält."



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