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Weserbereisung auf der "Leo Sympher" / Fluss soll durchgängig werden / Versalzung kein Thema

Umweltminister ziehen an einem Strang

Weserbergland (ah). Aal, Lachs und Meerforelle sollen auf der Weser wieder wandern können: Bis zum Jahr 2015 soll die Weser durchgängig sein. Das versprachen die Umweltminister Hans-Heinrich Sander (Niedersachsen) und Eckhard Uhlenberg (Nordrhein-Westfalen) bei einer Bereisung der Mittelweser.

veröffentlicht am 04.06.2007 um 00:00 Uhr

Ziehen an einem Strang (v. l.): Nienburgs Landrat Heinrich Egger

Die Weserwehre in Drakenburg und Langwedel verfügen bereits über gut funktionierende Fischtreppen. In diesem Jahr soll auch am Wasserkraftwerk in Schlüsselburg (Kreis Minden) eine Fischtreppe gebaut werden. Kosten: rund 700 000 Euro. Die E.on-Wasserkraftwerke werden den Bau zur Hälfte mitfinanzieren. Das gelte auch für die geplanten Fischtreppen in Petershagen, Landesbergen und Dörverden. Das sagte Christof Gattermann von der E.on Wasserkraftwerke GmbH. Wann die weiteren Fischtreppen gebaut werden, blieb offen. "Zunächst wollen wir bis 2009 die Wirtschaftspläne aufstellen", sagte Sander. "Dann wird gebaut." Sander und Uhlenberg waren der Einladung der Fischereigenossenschaft Hameln gefolgt. Mit dem Dienstschiff "Leo Sympher" der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung fuhren die Umweltminister von Petershagen nach Landesbergen. Mit an Bord waren Fachleute des Bundes und der betreffenden Länder. Die Weserfischereigenossenschaft bemühe sich um die Durchgängigkeit der Weser, die durch die Weserwehre eingeschränkt sei, betonte Karl-Jürgen Schlösser, Vorsitzender der Weserfischereigenossenschaft Hameln. Zwischen Minden und Bremen befinden sich sechs Weserwehre. Die Arbeitsgemeinschaft zur Reinerhaltung der Weser hatte die Fischpässe an den Weserwehren überprüft. "Das Ergebnis dieser Untersuchung war niederschmetternd", so Schlösser. Zwar seien die Fischpässe in der Zwischenzeit in Hameln und Drakenburg verbessert worden, "jedoch verbleiben viele Anlagen, die aus heutiger Sicht bezüglich der Durchgängigkeit nochals unzureichend einzuschätzen sind." Thomas Rumpf, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Verden, sagte, die Fischtreppen in Drakenburg und Langwedel seien 2000 und 2002 in Stand gesetzt worden. Dadurch sei die Durchgängigkeit verbessert worden. "2001 wurden an der Fischtreppe in Drakenburg in einem Jahr 80 000 Fische - hauptsächlich Plötze, Rotaugen, Ukeleie und Barsche - gezählt." "Wir wollen die Weserfischerei aufrecht erhalten", sagte Sander. An der Weser gibt es nach Auskunft der Weserfischergenossenschaft noch sechs Berufsfischer. Die befürchtete Versalzung der Weser durch die Kali& Salz war bei der Bereisung kein Thema. Nur so viel: "Die Wasserqualität der Weser muss erhalten bleiben", sagte Minister Uhlenberg. In 10 Tagen träfen sich die Umweltminister von fünf Bundesländern an der Werra, um über das Thema Salzeinleitung zu sprechen, so Uhlenberg. Nienburgs Landrat Heinrich Eggers freute sichüber die derzeitige Entwicklung: "Mit dem Ausbau der Weser, dem Bau eines Binnenhafens in Nienburg und der ökologischen Frage wird die Weser stärker in den Blick genommen." Und auch Karl-Jürgen Schlösser zog aus Sicht der Weserfischereigenossenschaft Hameln ein positives Fazit der Bereisung: "Ich bin sehr zufrieden."



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