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Vizepräsident von Eurosolar darf bei Soltec-Eröffnung keine Rede halten / Timpe zwischen den Fronten

Umweltminister lässt Solar-Experten ausladen

Hameln (ni). Politische Querelen überschatten die Hamelner Soltec. Weil der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander veranlasst hat, einen ihm unliebsamen Festredner wieder auszuladen, wollen die Grünen aus Stadt und Land der Messe-Eröffnung fernbleiben.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Dass Sander, der sich nicht gerade als Freund und Förderer erneuerbarer Energien hervorgetan habe, „bei der Soltec redet, ist schon schlimm; dass er auch noch dafür sorgt, wer da nicht reden darf, ist der Gipfel“, empört sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Meyer. Und kritisiert in aller Schärfe, auf „Druck von Sander“ sei dem schon eingeladenen Vizepräsidenten der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar), Hans-Josef Fell, ein Grußwort zur Soltec-Eröffnung verwehrt worden. Fell, Mitglied der Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag, sei ausgebootet worden, weil Sander seinen Auftritt in Hameln nicht mit einem ebenso „glaubwürdigen wie kompetenten Streiter für die Solartechnik“ habe teilen wollen, unterstellt Meyer. Die auf Intervention des Umweltministers erfolgte Ausladung Fells sollte dem Platzhirschen Sander offensichtlich einen Vorteil im Wahlkampf sichern.

Messe-Veranstalter Rainer Timpe bestätigt den reinen Sachverhalt, enthält sich aber jeder politischen Wertung. Danach hat Fell tatsächlich auf der Rednerliste gestanden, und Timpe hätte ihn „bei der Soltec auch gern gesehen“. Dann allerdings habe ihm das Büro des Ministers unmissverständlich zu verstehen gegeben, „Herr Sander werde den Weg zur Soltec nicht finden, wenn Herr Fell redet“. Christian Meyer nennt das „Erpressung“. Timpe, der sich so unversehens zwischen die Fronten geraten, sichtlich unwohl fühlt, weil er „eigentlich nur eine Messe ausrichten will“, fügte sich dem Diktat aus Hannover: „Ich kann doch keinen Minister ausladen.“

Aber genau das hätte er tun müssen, um den vielfach ausgezeichneten Vizepräsidenten von Eurosolar bei der Soltec in Hameln begrüßen zu können. Denn als Sander erfuhr, dass nicht er allein für das Grußwort vorgesehen war, „sondern auch Herr Fell eine lange Rede halten will, hat er Herrn Timpe aufgefordert, er möge sich für den einen oder anderen entscheiden“, so eine Sprecherin des Umweltministeriums. Der Minister sei nämlich „grundsätzlich der Meinung, solche Veranstaltungen müssten nicht unnötig in die Länge gezogen werden“.



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