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Ernestinum betreibt Quellenforschung / Auswärtige Lehrer mahnten schon in den Achtzigern

Umstrittener Stein wird zum Geschichtsprojekt

Rinteln (crs/clb). Zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs war der mittlerweile heftig umstrittene Gedenkstein 1933 vor dem damaligen Gymnasium am Kollegienplatz aufgestellt worden. Jetzt kehrt der Stein zumindest thematisch ans Ernestinum zurück: Im Rahmen eines Geschichtsprojekts wird ein Oberstufenkurs des Gymnasiums Quellenforschung betreiben. Und einen Lösungsvorschlag zur Zukunft des Gedenksteins erarbeiten.

veröffentlicht am 17.04.2008 um 00:00 Uhr

"Wir fühlen uns verantwortlich, uns in diese öffentliche Diskussion einzubringen", sagt Gymnasialleiter Reinhold Lüthen angesichts der Entstehungsgeschichte des Gedenksteines. Bereits in der vergangenen Woche hat er das Projekt der Ersten Kreisrätin Eva Burdorf vorgestellt, die dem Gymnasium die Unterstützung des Landkreises zugesichert hat. Gerne würde Lüthen dieses Vorhaben in Kooperation mit der Realschule umsetzen, die heute im früheren Gymnasialgebäude zu Hause ist. "Eine spannende Aufgabe", findet Lüthen. "Vielleicht kommt sogar eine Broschüre oder eine ähnliche Publikation dabei heraus." Zum Streit um den Gedenkstein Stellung bezogen hat auch der Kreistagsabgeordnete Günther Maack. In einem Schreiben bittet der frühere Rintelner Ortsbürgermeister den Landrat, die Inschrift auf dem Stein nicht zu entfernen, sondern stattdessen eine interpretierende Tafel aufzustellen. "Denkmäler als Ausdruck der geistigen und politischen Strömung einer bestimmten Epoche sollen nachfolgende Generationen zum Nachdenken und zur kritischen Beschäftigung mit der Vergangenheit anregen", will Maack eine "Bilderstürmerei" verhindern. "Erstaunt" nimmt er zugleich zur Kenntnis, dass sich wieder eine auswärtige Lehrergruppe um ein Rintelner Denkmal Sorgen macht, wie es bereitsin den achtziger Jahren zu seinen Zeiten als Ortsbürgermeister der Fall gewesen sei: "Damals hat das aber nicht für so viel Wirbel gesorgt." Auch Reinhard Führer, der als Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Dienstag zu Gast in Rinteln war (wir berichteten), hält eine zeitgeschichtliche Einordnung in Form einer Tafel für dringend notwendig. "Auf gar keinen Fall kann man ein solches Objekt völlig unkommentiert auf einem Schulhof stehen lassen", erläuterte der Experte. Zudem müsse man die gesamte Stein-Thematik und NS-Zeit im Unterricht behandeln. Von dem Vorschlag, das Denkmal oder seine Inschrift komplett entfernen zu lassen, hält der Volksbund-Präsident nichts. "Damit kehrt man nur wieder alles unter den Tisch. Dabei ist es wichtig, dass diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät."



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