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Vorsitzender Lingner bilanziert nach sechs Wochen: Erfolgreicher Start / Offizielle Eröffnungsfeier

Umsonstladen gut in Schwung gekommen

Stadthagen (mw). Seit sechs Wochen gibt es an der Stadthäger Klosterstraße ein Ladengeschäft der besonderen Art. Sein Name ist Programm: "Umsonstladen". Zuvor gespendete Waren, von Bekleidung bis hin zu Haushaltsgegenständen, können dort von jedermann umsonst "erworben" werden - lediglich um eine "kleine Geldspende" zur Unterstützung des Projekteswird gebeten. Ein "Tag der offenen Tür" war am Wochenende Gelegenheit für eine erste Zwischenbilanz.

veröffentlicht am 05.03.2007 um 00:00 Uhr

In einer kleinen Feierstunde informiert Jürgen Lingner (l.), Vor

Zu einer kleinen Feierstunde hat der "Umsonstladen" eingeladen, um das Ladengeschäft nun auch offiziell zu eröffnen und die 20 darin tätigen ehrenamtlichen Mitarbeiter öffentlich vorzustellen. In einer kurzen Ansprache fasste Jürgen Lingner, Vorsitzender der Projektleitungsgruppe des "Umsonstladens", noch einmal die Idee zusammen, die hinter dem Projekt steht: Wer zu viel hat, der kann davon im Geschäft etwas abgeben, und wer zu wenig hat, der kann es dort abholen. Das große Vorbild hierfür sei der "Umsonstladen" in Bad Münder - einer von rund 40 in ganz Deutschland. Lingner wies auf den sozialen,ökologischen sowie kommunikativen Aspekt hin, der dem ungewöhnlichen Konzept zugrunde liegt. Erstens: "Die Armut wird zunehmen in unserer Gesellschaft", der Bedarf für "Umsonst"-Waren eher zunehmen. Zum Zweiten würden Dinge nicht weggeworfen, sondern einer weiteren Nutzung zugeführt. Und drittens biete eine "Kaffee-/Tee-Ecke" im Laden zusätzlich eine nette Kommunikationsmöglichkeit. Dorthin könne jedermann kommen. Wie war die Resonanz in den ersten sechs Wochen? "Sehr gut", befand Lingner. Der Vorsitzende wies darauf hin, dass Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche - auch unterschiedlicher Herkunft - kämen. 30 bis 40 Kunden zähle man pro Öffnungstag. "Überwältigt waren wir geradezu von der Anlieferung der Waren." Derzeit habe man aus Platzgründen sogar einen Annahmestopp verhängen müssen, aber in drei bis vier Wochen könne man wieder Waren annehmen. Was denken die ehrenamtlichen Helferüber das Projekt? Christina Wanjura berichtete, dass sie schon lange nach einer Möglichkeit gesucht habe, sich einzubringen. Das Langzeitziel sei, ein eigener Verein zu werden. "Alle Mitarbeiter sind sehr motiviert", freute sich Berti Tadge, die sich ebenfalls als Helferin engagiert: "In den ersten Tagen mussten wir sogar die Tür zuschließen, da der Laden voll war." "Wir schaffen auch 100 Kunden pro Tag", zeigte sich Friedrich Hoffmann zuversichtlich, der an dem Ehrenamt Spaß hat. Das Gefühl, dass man anderen Menschen helfen sollte, hat Christian Jürgens (zugleich Kassenwart) bewogen, mitzumachen. Der als Gast geladene Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann lobte das "tolle" Ambiente des "Umsonstladens". Das Ladengeschäft sei sehr gut gelungen. "Wenn wir an dieser Stelle mit dem Bauhof helfen können, dann machen wir das ganz unbürokratisch", sicherte Hellmann zu.



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