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Jürgen Lingner bilanziert nach erfolgreichem Start / Trägerverein ist in Vorbereitung

Umsonstladen: "Finanziell ist es auch okay"

Stadthagen (mw). Seit Anfang des Jahres gibt es den an der Klosterstraße, im Haus Nummer 26 ansässigen "Umsonstladen". Das Besondere an dem "Geschäft": Die dort erhältlichen Waren - von Bekleidung über Spielzeug und Bücher bis hin zu Elektrokleingeräten - sind von Privatpersonen gespendet worden und können von jedermann umsonst "erworben" werden. Lediglich eine kleine Spende wird erbeten.

veröffentlicht am 04.09.2007 um 00:00 Uhr

Mit der bisherigen Entwicklung des "Umsonstladens" ist Jürgen Li

Als ein Projekt der Lokalen Agenda 21 sei der "Umsonstladen" Anfang 2007 in Zusammenarbeit mit dem Kommunikationszentrum "Alte Polizei" in Stadthagen ins Leben gerufen worden, berichtet Jürgen Lingner, Vorsitzender der "Umsonstladen"-Projektleitungsgruppe der "Lokalen Agenda 21". Die Idee sei gewesen, Sachen, die zum Wegwerfen zu schade sind, anderen Menschen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Außer dem sozialen Gedanken, damit auch Bedürftige zu unterstützen, habe das Projekt auch einen ökologischen und kommunikativen Aspekt: Die vom vorherigen Eigentümer nicht mehr benötigten Gegenstände werden von anderen Menschen weiter verwendet und der "Umsonstladen" biete den Besuchern die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Mit der bisherigen Entwicklung des "Umsonstladens" "sind wir ungeheuer zufrieden", stellt Lingner fest. So gebe es eine gute Akzeptanz in der Bevölkerung: Durchschnittlich rund 40 bis 50 Kunden aller Bevölkerungsschichten - in erster Linie jedoch "Menschen, die bedürftiger sind" - zähle man pro Öffnungstag. Positiv sei zudem, dass viele Leute gut erhaltene Sachen spenden. "Finanziell ist es auch okay", freut sich Lingner. Hinsichtlich der anfallenden Kosten (etwa für die Ladenmiete oder Versicherungen) lebe der "Umsonstladen" ausschließlich von Spenden. Aufgrund des ständigen Überangebotes an Waren wurde nach Auskunft von Lingner zwischenzeitlich auch das Konzept des "Umsonstladens" geändert. Seit einiger Zeit werden gespendete Sachen gelegentlich auch an wohltätige Organisationen weitergereicht. Auf diesem Wege seien bereits Obdachlose sowie bedürftige Kinder in Tschernobyl und Rumänien unterstützt worden. Gut entwickelt habe sich auch die Zusammenarbeit mit der "Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit" (SIGA), so Lingner. Während der "Umsonstladen" bei Möbel- und Metallspenden (zwecks Recycling) an die SIGA verweist, empfiehlt diese im Gegenzug den "Umsonstladen", wenn es um Sachspenden geht, welche die SIGA nicht verwenden kann. Hinsichtlich der weiteren Zukunft des "Umsonstladens", in dem nach wie vor insgesamt 20 ehrenamtliche Helfer tätig sind, werde derzeit die Gründung eines Trägervereins vorbereitet, informiert Lingner. Im Herbst soll dieses Vorhaben abgeschlossen sein. Überraschend ist diese Änderung jedoch nicht: Von Anfang sei dies geplant gewesen und seinerzeit auch mit der "Alten Polizei" so besprochen worden, ergänzt Lingner. DieÖffnungszeiten des "Umsonstladens" sind dienstags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 Uhr und jeweils am zweiten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr.



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