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"Panteon Rococo"Überraschungsband beim Festival in Veltheim / Zwischen dem heutigen Freitag und Sonntag werden über 20 000 Fans erwartet

"Umsonst& Draußen": Mexikaner bringen die Weser zum Kochen

Veltheim (ly). Das Geheimnis ist gelüftet: "Panteon Rococo" heißt die Überraschungsband beim Festival "Umsonst& Draußen" (1. bis 3. August) in den Veltheimer Weserwiesen. Die Mexikaner sollen den Sonntag beleben, wenn viele eigentlich abreisen wollen. Sie spielen ab 19 Uhr.

veröffentlicht am 01.08.2008 um 00:00 Uhr

Steht drauf, wer alles spielt: Sabine Schwarze, Vorsitzende des

"Panteon Rococo" gilt als Band von internationalem Format und tritt bevorzugt bei großen Festivals wie jetzt am Kraftwerk auf, wo 20 000 Fans erwartet werden. Anfang des Jahres war die zwölfköpfige Latin-Ska-Formation Vorgruppe von "Die Ärzte". Ihr Musikstil liegt irgendwo zwischen Ska, Reggae und Punkrock. Südamerikanische Rhythmen fließen in die Lieder ein. Dass die Stimmung dabei rasch den Siedepunkt erreicht, scheint garantiert. Wenn die Gruppe aus Mexiko City am Sonntag, 3. August, den letzten Song gespielt hat, können Lars Schulz und Friedhelm Büsching aufatmen, weil das Festival so gut wie gelaufen ist. Bis dahin wartet jedoch noch reichlich Arbeit auf die etwa 150 Ehrenamtlichen, vor allem der Aufbau von Infrastruktur. Büsching, den alle nur "Fidi" nennen, ist für die Technik zuständig, Schulz Pressesprecher des Vereins "Umsonst& Draußen Kultur Vlotho". Diese Maloche, dieser Stress - warum tut man sich das an? "Fidi" ist seit Anbeginn dabei. "Das ist eine Art Droge", sagt er. "Wenn alles richtig läuft, stehst du unter Strom." Lars Schulz hat einfach Spaß daran, mit so vielen völlig unterschiedlichen Leuten eine "Veranstaltung jenseits von Kommerz" zu organisieren. "Alles keine Profis. Es ist irre zu sehen, dass so etwas funktioniert." Schwieriger geworden sind die Verhandlungen mit den Bands. Ganz am Anfang, vor mehr als 30 Jahren, genoss "Umsonst& Draußen" eine Ausnahmestellung. "Es war ein Muss, dort zu spielen", erklärt Schulz. "Heute gibt es 500 oder 600 Festivals." Überzeugen lassen sich die Bands von den Vorzügen Veltheims, wo die kultige Open-Air-Veranstaltung nach 17 Jahren an anderen Orten 2007 ihr Portaner Comeback gefeiert hat. Vor 20 000 Leuten spielt jeder gern, der CDs verkaufen will. "Außerdem ist unser Festival friedlich", fügt Schulz hinzu. In Veltheim rocken 40 Gruppen, Profis und ebenso Newcomer aus der Region. In diesen Tagen treffen die ersten Helfer auf dem Gelände ein. Gleichzeitig wächst eine Zeltstadt. Bis zum heutigen Freitag, 1. August, wenn um 17 Uhr mit den "Soultecniques" die erste Band auftritt, müssen 1,2 Kilometer Schläuche zur Wasserversorgung verlegt werden. Noch länger sind die Stromleitungen. Zwei Bühnen werden errichtet, dazu 15 teils große Zelte, zum Beispiel im Backstage-Bereich hinter der Hauptbühne an der Weser. Im Küchenzelt brutzeln zwei Köche später ehrenamtlich für etwa 400 Leute. Etwa 250 Mülltonnen sollen bis zum Auftakt stehen, ungezählte Wasserstellen, Duschen, Plakate und Hinweisschilder, damit der Anreiseverkehr nicht zusammenbricht. Schulz zufolge kostet das Festival rund 90 000 Euro, die wieder eingespielt werden müssen. Hauptposten seien Bühnentechnik und Bands. "Umsonst& Draußen" gibt es seit 1975, gute und auch schlechte Zeiten waren das. Nach Warber pilgerten 1997 etwa 35 000 Fans. Vor vier Jahren dagegen musste das Festival in Vlotho wegen Regens abgesagt werden. "Wir waren mit 25 000 Euro in den Miesen", erinnert sich Schulz. "Aber in zwei Jahren hatten wir das auf Null gefahren." Nach dem großen Regen brach damals eine Welle der Solidarität los. Es gab Benefiz-Veranstaltungen, Rechnungen wurden gestundet. Vielen Menschen liegt offenbar viel daran, dass "Umsonst& Draußen" überlebt. .

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