weather-image
28°
Zuviele Bedenken bei der erstenöffentlichen Auslegung des B-Plans / Nun gründlich überarbeitet

Umsiedlung des E-Centers geht in die 2. Runde

Der jetzige Standort des E-Centers an der Wilhelm-Raabe-Straße: Nach erfolgter Umsiedlung soll das Gebäude abgerissen und die Fläche zu einem Wohngebiet ausgewiesen werden, auch das alles auf Kosten des Investors und nicht der Stadt. Foto: Archiv Bückeburg (rc). Die Planungen für die Umsiedlung des E-Centers und des Aldi auf das Gelände des ehemaligen Freundschaftsheims am Weinberg gehen - nach fünf Jahren der Planung - in eine weitere Runde. Bei der öffentlichen Auslegung zur notwendigen Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan wurden seitens der Anwohner so viele Bedenken vorgebracht, dass die Verwaltung und der Planer des Investors beschlossen, die Pläne gründlich zu überarbeiten und erneut öffentlich auszulegen. Nach einstündiger Diskussion schloss sich der Bau- und Umweltausschuss dem erneuten Verfahrensbeginn an.

veröffentlicht am 23.02.2007 um 00:00 Uhr

0000440530-gross.jpg

Nicht ohne aber darauf zu verweisen, dass auch in den jetzt vorgelegten Entwürfen noch zahlreiche Details ungenau oder unklar sind. "Deswegen Entwurf, jeder kann bei der öffentlichen Auslegung seine Bedenken formulieren, das letzte Wort hat sowieso der Rat", betonte der Fachleiter Bau, Karlheinz Soppe, als im Ausschuss die Abstimmung über den Tagesordnungspunkt zu scheitern drohte. Denn eben diese Details sollten vor der Abstimmung noch gründlich und exakt formuliert werden, so Forderungen des SPD-Ratsherren Wolfhard Müller oder seines Mitstreiters Gerhard Schöttelndreier, Ratsherr der UWG. Seitens zahlreicher Anwohner waren, zum Teilüber Rechtsanwälte, massive Bedenken vorgetragen worden. Neben der allgemein befürchteten Verödung der Innenstadt und weiterer Leerstände, also der generellen Ablehnung des Projektes, wurden zahlreiche Details bemängelt: Die Lärmschutzwand sei zu hoch und werfe daher große Schatten auf die jeweiligen Grundstücke. Die Lärmemissionen seien nicht richtig berechnet worden. Nachbargrundstücke, die nicht zum Projekt gehörten, seien überplant worden. Die Höhenlinien seien nicht exakt festgestellt worden, so dass letztendlich niemand wisse, wie hoch Baukörper oder aber Lärmschutzwand in der Realität würden. Die Regenrückhaltung sei unzureichend geplant. Die Beleuchtung des Parkplatzes sei zu hell. Träger öffentlicher Belange wie Industrie- und Handelskammer oder aber der Landkreis erhoben aus raumplanerischen Sicht übrigens keine Bedenken. Letztendlich aber bewogen die Bedenken das Bauamt und den Planer des Investors, das Büro Lauterbach, den Bebauungsplan gründlich zu überarbeiten. Die östlich angrenzenden Grundstücke wurde aus der Planung herausgenommen, ebenso eine Wegparzelle. Zusammen mit der Wegparzelle und dem Verzicht der Edeka auf einen Parkstreifen wird genug Raum gewonnen, um den ursprünglich bis zu fünf Meter hohen Lärmschutzwall von den Nachbargrundstücken wegzuziehen. Zusammen mit der Überarbeitung des Lärmschutzgutachtens und der Verankerung der Auflage, nur lärmarme Einkaufswagen einzusetzen, kann die Lärmschutzwand auf 3,50 Meter abgesenkt werden. Außerdem sind Eingrünungen zur Seite der Anlieger hin möglich. Die Höhenlinien wurden exakt ermittelt, so dass die Lärmschutzwand tatsächlich nur 3,50 Meter hoch wird, der Baukörper maximal zwölf Meter. Die weiteren bemängelten Details sollen nun nicht mehr mit Festsetzungen im Bebauungsplan geregelt werden - das Planungsbüro: "Er war damit überlastet und letztendlich nichts rechtssicher" - sondern über den so genannten städtebaulichen Vertrag. Er wird zwischen Investor und der Stadt abgeschlossen und regeltalle weiteren Details wie Entwässerung, Regenrückhaltung, und Kompensation der verloren gegangenen überbauten Fläche. In dem Vertrag wird übrigens auch festgehalten, dass sämtliche Kosten der Umsiedlung vom Investor zu tragen sind. Da dasüberplante Gebiet verkleinert wurde, muss auch der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst werden. Statt "Freundschaftsheim" ist die Fläche künftig als "Sondergebiet für Einzelhandel" ausgewiesen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare