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Frank Käber geht nach Großenheidorn / Spielerinnen verlassen den VfL

Umbruch in Bad Nenndorf: Die Youngster sollen den VfL retten

Handball (hga). Der Frauenhandball beim VfL Bad Nenndorf hat eine schwere Zeit hinter sich. Der Abstieg aus der Oberliga und seine Folgenüberschattet die Staffelmeisterschaft und der Gewinn des WSL-Pokals der Zweiten in der WSL-Oberliga sowie den guten zweiten Platz der Dritten in der WSL-Liga Mitte.

veröffentlicht am 04.07.2006 um 00:00 Uhr

Nachwuchsspielerin Katharina Jahn wird schnell an die raue Luft

Mitte der vergangenen Saison zeichneten sich erste Probleme in der Oberliga ab, Mannschaft und besonders Coach Axel Kliver waren mit den finanziellen Mitteln für die erste Mannschaft nicht einverstanden. Die Situation eskalierte, als die damalige Spartenleitung zu passiv blieb, die gesamte "Erste" ging am Saisonende. Einige Wochen vor den anstehenden Neuwahlen der Spartenleitung erklärte Kliver seinen Rücktritt zum Saisonende, gleichzeitig kündigten die Spielerinnen ihren Weggang ebenfalls zum Saisonende an. Während Kliver alles tat, um vorzeitig entlassen zu werden, kam erst nach den Neuwahlen Bewegung in die Sache. Die neue Spartenleiterin Katrin Otte entließ Kliver, diese Maßnahme kam viel zu spät. Inzwischen verhärteten sich die Fronten innerhalb des Frauenhandballs beim VfL völlig, daran änderte auch Frank Käber nichts mehr, der die Oberligamannschaft in den letzten Wochen der Saison trainierte. "Wir sind Frank Käber sehr dankbar für die gute Arbeit, die er in der kurzen Frist geschafft hat. In der Regionalliga beim MTV Großenheidorn wünschen wir ihm den Erfolg, den man Freunden wünschen kann", sagt Otte. Käber wechselte in der Zwischenzeit als Trainer zum Regionalligisten MTV Großenheidorn. Kurz nach Saisonende kam dann der große Schnitt. Gegenseitige Schuldzuweisungen, völlig verfahrene Gespräche und zeitweise anhaltende Versuche der Einflussnahme von Außen forderten ihren Tribut. Hat der VfL zunächst mit drei Frauenmannschaften geplant, sind jetzt zwei Mannschaften übrig. Der VfL wird in der neuen Saison in der Landesliga und der WSL-Oberliga vertreten sein. 29 Spielerinnen stehen nominell zur Verfügung. Otte selbst wird die Landesligamannschaft trainieren. Damit stehen Otte und Frauenspielwartin Sabine Thies vor einer mehr als schwierigen Situation. Soll der Frauenhandball beim VfL wieder den ehemals bekannten Namen haben, müssen beide Mannschaften zunächst ihre Klasse halten. Ein klassischer Neuanfang wartet auf den Frauenhandball, der vor allem im zwischenmenschlichen Bereich manch bittere Pille zu schlucken hatte. Dabei werden vor allem in der Landesliga erfahrene Spielerinnen wie Maxi Zedler, Verena Hilbig, Nadia Matthias, Kathrin Pohler und Jessica Dröscher zur Verfügung stehen. Mit Nina Brockmann, Julia Grundschok, Katharina Jahn, Marlene Neumann, Isabell Spielmann sowie Merve und Meike Strahler stehen junge und erfolgshungrige Nachwuchsspielerinnen für die Mannschaft bereit. Diese in die Strukturen der erfahrenen Spielerinnen einzubauen, ist die wichtigste Aufgabe der nächsten Wochen. "Wir müssen eine Gemeinschaft daraus machen", gibt Otte als Ziel aus. Das gilt nicht nur für die Landesliga. "Annika Krause, Franziska Spielmann, Isabell Anders und Katharina Meyer-Peter sind die Youngster in der Reserve, die es ebenso zu integrieren gilt", stellt Otte klar. Soweit die Theorie der Mannschaftsplanung. Auf Veränderungen jedweder Art muss kurzfristig zwischen den Kadern reagiert werden. "Ich freue mich, dass wir wieder ruhiges Fahrwasser erreicht haben und uns auf das, was uns Spaß macht, konzentrieren können: Handball spielen", ist Otte guter Dinge. Einen Wermutstropfen hat das Ganze noch, für die Reserve wird noch ein Trainer gesucht. "Die Suche läuft", erklärt Otte dazu.

Julia Grundschok freut sich auf die Herausforderung.
  • Julia Grundschok freut sich auf die Herausforderung.

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