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Marienschule und "Haus des Kindes" sehen "Rotkäppchen" / Darsteller erklären

Turnhalle wird zum Opernhaus: Kinder schauen gebannt auf die Bühne

Bückeburg (bus). Ihren ersten Ausflug in die Welt der Oper haben jetzt die Kinder der Marienschule und vom "Haus des Kindes" unternommen. Dass die Premiere schnurstracks in die Turnhalle der Marienschule führte, geriet im überwiegenden Teil der etwa 150 jungen Besucher rasch in Vergessenheit. Die Darsteller der aus Wien angereisten "Kinderoper Piccolino" benötigten keine zehn Minuten, um der Halle das Flair eines großen Musentempels zu vermitteln.

veröffentlicht am 30.11.2006 um 00:00 Uhr

Der Premierenausflug des jungen Opernpublikums führt in die Turn

Auf dem Programm des Trios stand eine spannende Adaptation des Grimmschen "Rotkäppchens". Der Märchenaufführung voran ging eine Einführung in die Grundbegriffe des Balletts - samt Pirouette, Pas de Deux und Arabesque. Das traf sich gut, da das rotbemützte Kind, das nicht auf den Rat seiner Mutter hören will, und der "böse" Wolf von Tänzern verkörpert wurden. Den musikalischen Hintergrund bildeten "Evergreens" der klassischen Musik. Isegrim war ein wenig auch für den Jokus zuständig: Der Wolf spült seinen Frust mit einer Pulle Rotwein hinunter. Wodurch er einen gewaltigen Schluckauf bekommt und sich ungewollt nebst Diddelmäusen und Plüschraben auch die Großmutter und das Rotkäppchen einverleibt. Während der Trunkenbold seinen Rausch ausschläft, schlägt der Schluckauf wieder zu und der Mageninhalt kehrt auf dem umgekehrten Weg auf die Bühne zurück. Als ein Förster seine Flinte gegen Isegrim richten will, hält Rotkäppchen den Jägersmann von diesem Irrtum ab. Und zum Schluss tanzen Wolf und Rotkäppchen ausgelassen miteinander und schütteln den kleinen Zuschauern der ersten Reihe vergnügt die Hände. Trotz des Happy Ends mahnte der Moderator: "Es ist auf alle Fälle richtig, zuerst einmal vorsichtig zu sein und genau zu schauen." Manchmal sei es aber auch wichtig, anderen eineChance zu geben. "Piccolino" möchte Kinder mit der Aufführungsgattung Oper vertraut machen. "Was Kinder nur hören, vergessen sie leicht", sagen die Wiener. Falls sie aber aktiv mitmachten, verankere sich das Gehörte und Gesehene gewiss in ihren Gedächtnissen. Kindgerechte Regie sowie stimmige Bühnenbilder und Requisiten spielen bei den Aufführungen ebenso wichtige Rollen wie die Einbeziehung des Publikums und professionelle Umsetzungen.

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