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In Escher schlüpfen drei Junge in einem Schleiereulenkasten

Turmfalke in "Wohnungsnöten"

Escher (mj). In Escher sind im Mai drei junge Falken in einem Schleiereulenkasten geschlüpft. Der Auetaler Naturschützer Marc Jameson hat die Brut regelmäßig besucht und deren Aufwachsen vom Schlupf bis zum Ausflug Ende Juli dokumentiert.

veröffentlicht am 01.08.2008 um 00:00 Uhr

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Der Turmfalke ist ein bekannter Vogel, den man nicht selten antrifft. Gefährdungen ist er nicht ausgesetzt, deshalb steht er auch nicht auf der "Roten Liste". Dennoch gehen die Bestandszahlen langsam aber stetig zurück. Der Grund dafür: Immer mehr Lebensräume gehen für den Turmfalken verloren. Freie Flächen an den Stadt- und Dorfrändern werden durch Straßen und Neubauten versiegelt, Nistmöglichkeiten an Häusern verschlossen, Kirchtürme bei Renovierungen völlig abgedichtet. Dem Falken fehlt es, wie vielen anderen Tieren auch, an Nistplätzen und an ausreichender Nahrung. Sie leben und jagen gerne in offenen Landschaften. Diese sind in den letzten Jahrzehnten allerdings immer eintöniger geworden. Es fehlen Hecken, einzelnstehende Bäume und Pfähle. Ansitze, die der Falke für die Jagd braucht sind rar geworden. Falken und andere Greifvögel sitzen daher oft an Straßen, weil dort häufig Pfähle als Begrenzung großer Wiesenflächen zu finden sind. Zudem sind hier die Flächen oft kurz gehalten und Mäuse daher leichter zu jagen. Der Straßentod gehört heute zu den häufigsten Todesursachen für den Turmfalken. Eines der wichtigsten Kennzeichen des Turmfalken ist der Rüttelflug. An dieser charakteristischen Flugtechnik kann man den Vogel auch auf größerer Entfernung erkennen. Im Beutesuchflug steht er mit ausdauerndem Rütteln am Himmel. Wenn sich Männchen und Weibchen gefunden haben bleiben sie meistens das ganze Leben zusammen. Erste Begattungen können bereits im Februar, Wochen vor der eigentlichen Fortpflanzungszeit, beobachtet werden. Als Brutplatz nutzen Turmfalken alte Krähennester, Kirchtürme und Nistkästen. Da sie kein Nest bauen reicht ihnen eine kleine Mulde, aus der die Eier nicht wegrollen können. Das Weibchen legt zwischen Mitte April und Mitte Mai drei bis sieben rotbraune Eier und brütet 29 Tage lang. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie gut vier Wochen lang mit Mäusen, kleineren Vögeln aber auch mit Würmern und Insekten gefüttert. Nachdem sie das Nest verlassen haben, werden sie noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Die Escheraner Falken verließen Ende Juli ihren Geburtsort und suchten sich ihr eigenes Revier.

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