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Wehr-Jubiläen leiden unter Alarmeinsatz und Starkregen

Tuben und Tenorhörner melden Rekordpegelstände

Evesen (bus). Das hatten sich die Veranstalter wahrlich anders vorgestellt: Der zweite Tag der von der Feuerwehr Evesen gemeinsam gefeierten Jubiläen von Spielmannszug (50 Jahre) und Jugendfeuerwehr (25) sollte am Sonnabend mit einem Großaufgebot heimischer Musikkapellen und einem nicht minder imposanten Orientierungsmarsch die Zugkraft der Eveser Blauröcke unter Beweis stellen. Ein Alarmeinsatz der "Aktiven" bei einem Wohnungsbrand an der Klus und der am Nachmittag einsetzende Starkregen machten den Organisatoren allerdings einen derart dicken Strich durch die Rechnung, dass Spielmannszugleiter Karsten Theine die Situation mit einem derben "drei Jahre Arbeit im A . . . ." umschrieb.

veröffentlicht am 23.05.2006 um 00:00 Uhr

Im Rahmenprogramm der doppelten Geburtstagsfeier begeistern die

"Leider habe ich als Schirmherr heute total versagt", bilanzierte Ortsbürgermeister Horst Schwarze ebenso unzweideutig. Um so toller sei er vom Durchhaltevermögen des Feuerwehrnachwuchses begeistert, der den Witterungsunbilden getrotzt und einen imponierenden Wettbewerb hingelegt habe. Der von Arndt Driftmeier und Jugendwart Holger Riensche sowie zahlreichen Helfernarrangierte Orientierungsmarsch führte weit mehr als 230 junge und bemerkenswert fitte Blauröcke zusammen. Auf der fünf Stationen umfassenden Strecke waren Geschicklichkeit, Feuerwehrtechnik und Allgemeinwissen gleichermaßen gefordert. Dass bei den Vorbereitungen nicht geschummelt wurde, stellten die Platzierungen der Gastgeber unter Beweis. Die Teams "Evesen 2" und "Evesen 3" teilten sich mit gleicher Punktzahl den 18. Platz, "Evesen 1" nutzte den vermeintlichen Heimvorteil auch nicht und kam als Sechzehnter ins Ziel. Die beste Tagesform der 23 Mannschaften stellte der Nachwuchs aus Bad Eilsen unter Beweis. Platz zwei ging an die Jugendwehr Rusbend, "Niedernwöhren 2" freute sich als Dritter gleichermaßen über eine komplette Sitzgruppengarnitur wie die Erstplatzierten. Was die Mädchen und Jungen wenig beeindruckte, machte den Musikern wesentlich mehr zu schaffen. Der rund um den "Eveser Krug" mit Straßensperrung, Sonderparkplatz, Außenbühne und Verpflegungsgarten bestens vorbereitete "Musikalische Nachmittag" musste im Anschluss an die Auftritte der Gastgeber und der Schalmeien-Kapelle Meinsen-Warber nolens volens in den Saal verlegt werden. Insbesondere Tuba- und Tenorhornbläser meldeten rekordverdächtige Hochwasserstände in ihren mit nach oben gerichteten Schalltrichtern ausgestatteten Instrumenten. Im Saal herrschte allein durch die Zahl der beteiligten Interpreten - der Einladung der Eveser Spielleute waren acht Formationen mit mehr als 180 Mitgliedern gefolgt - eineüberaus drangvolle Enge. Dennoch bestimmte eine keineswegs schlechte Stimmung die Szenerie. Die Züge Lübbecker Straße/Hahlen, Obernkirchen, Meinsen-Warber und Reinsdorf gaben genauso ihr Allerbestes wie das Bürgertambourkorps Minden und der Feuerwehrmusikzug Todtenhausen. Die Spieler vermittelten den Eindruck, als wollten sie den Gastgebern mit einer Extra-Portion Enthusiasmus den Rücken stärken. "Natürlich kann man als Veranstalter mit dem Verlauf nicht vollends zufrieden sein", räumte Theine abends ein. Angesichts des Engagements aller Beteiligten könne das Gesamtfazit jedoch mit "sehr in Ordnung" gezogen werden. Als der Spielmannszugleiter vor dem Auftritt der Band "Bon-Bon" seine Eindrücke zusammenfasste, musste er ein wenig die Augen zusammenkneifen - um 18 Uhr schien über Evesen kurz die Sonne.

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