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Die Warteliste ist für die weißrussischen Kinder lang / Auch Gasteltern für Besuch im Mai 2009 benötigt

Tschernobyl-AG sucht 200 Paten für Krebskranke

Eilsen (sig). In der Samtgemeinde gibt es eine kleine, aber engagierte Gruppe von Menschen, die nicht vergessen will und nicht verdrängt, was sich vor 22 Jahren in Tschernobyl ereignet hat. Mit den schlimmen Folgen werden noch Generationen im Einzugsbereich des explodierten Atomreaktors leben müssen. Die Eilser Arbeitsgemeinschaft will ihren guten Taten noch viele weitere folgen lassen. Das machte ihr Sprecher Ingmar Everdingbeim Benefizkonzert der Bückeburger Jäger und des Gemischten Eilser Chors am Sonnabend deutlich (über das Konzert berichteten wir bereits).

veröffentlicht am 16.12.2008 um 00:00 Uhr

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Dass in dieser Region nach wie vor nur 20 Prozent der Neugeborenen gesund zur Welt kommen, ist eine noch immer alarmierende Rate. Die weißrussische Regierung unter Diktator Lukaschenko möchte das alles vertuschen, so als sei wieder alles normal. Die Arbeit der Hilfsorganisationen werde deshalb, so Everding, massiv erschwert. Räume werden gekündigt, Telefonkabel abgeschaltet und nicht staatliche Suppenküchen verboten. Die Angst unter den Helfern vor Ort wächst. Wer etwas gegen die Anordnungen der Regierung unternimmt, läuft Gefahr, inhaftiert zu werden. Trotz dieser Widerstände will die Eilser Arbeitsgemeinschaft nicht aufgeben. Auch 2009 sollen wieder Kinder aus dem Patendorf Swonez einige unbeschwerte Ferienwochen im Schaumburger Land verbringen können. Die Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Kleidung sowie Materialien für Schule und Kindergarten werden weitergehen. Aus den Spenden der Eilser AG werden eine Krankenstation vor Ort und ein nahe gelegenes Gebietskrankenhaus wirkungsvoll unterstützt. Außerdem bestehen Patenschaften für gute Schüler, die ohne die Hilfe aus Deutschland nicht studieren und auch keine Berufsausbildung beginnen könnten. Fritz Winkelhake, der Initiator der Eilser Tschernobyl-AG, setzt sich im besonderen Maße auch für die Übernahme von Patenschaften für krebskranke Kinder ein. Bislang konnten 26 Paten gewonnen werden. Sie tragen dazu bei, dass diese Kinder eine bessere medizinische Versorgung, gute Medikamente und eine vitaminreichere Nahrung erhalten. Etwa 200 Jungen und Mädchen stehen noch aufder Warteliste! "Da gibt es für uns noch sehr viel zu tun", versicherten Winkelhake und sein Enkel Ingmar Everding unisono. Ihre Arbeitsgemeinschaft hatte im Eingangsbereich des Kursaales Bilder ausgehängt, die beredte Dokumente für das segensreiche Wirken der Hilfsgemeinschaft sind. Everding: "Wir suchen dringend noch weitere Familien, die Mitte Mai des kommenden Jahres jeweils zwei Kinder aus Swonez im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren aufnehmen können. Diese Kinder sind zu einer Brücke der Verständigung zwischen Ost und West geworden; das ist auch wichtig für die friedliche Zukunft eines geeinigten Europa."



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