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Optimismus beim Frühjahrsempfang / Hoffen auf Aufträge durch Konjunkturpaket und Klimaagentur

Trotz Wirtschaftsflaute ist das Handwerk zufrieden

Hameln-Pyrmont (joa). Optimismus und Zuversicht beherrschten die traditionelle Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Hameln-Pyrmont, zu der sich Vertreter der Innungen mit Gästen aus Politik und Verwaltung, Gewerkschaften, Verbänden und Banken diesmal auf dem Finkenborn in Hameln getroffen hatten. Zufriedene Feststellung der Handwerker: Wenn es auch nicht in allen Innungen durchweg rosig aussieht, so hat die weltweite Wirtschaftskrise das Handwerk noch nicht erreicht. Und Walter Heitmüller, Präsident der Handwerkskammer Hannover, der der Einladung nach Hameln gefolgt war, stellte fest: „Ich glaube auch nicht, dass die Konjunkturflaute das Handwerk erreichen wird.“

veröffentlicht am 07.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 15:27 Uhr

Heitmüller
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Heitmüller warnte deshalb die Handwerksbetriebe eindringlich vor „Kopflosigkeit in der Angst, morgen keine Aufträge mehr zu haben“. Er riet im Gegenteil zu vernünftiger Kalkulation bei der Angebotsvergabe, um nicht durch ruinöse Preisunterbietungen den eigenen Betrieb in Gefahr zu bringen.

Chance für heimische Handwerksbetriebe

Eine Chance für die heimischen Handwerksbetriebe sieht Heitmüller, selbst Unternehmer, in den von der Bundesregierung geschnürten Konjunkturpaketen, die in diesem und dem kommenden Jahr von den Kommunen umgesetzt werden müssen. Mit beschränkten Ausschreibungen habe die öffentliche Hand die Möglichkeit, Aufträge an ansässige Handwerker zu vergeben. In Richtung von Politik und Handwerk appellierte der Handwerkskammerpräsident, bei diesen Ausschreibungen nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit des anbietenden Unternehmens zu schauen.

Sein Appell an die Handwerksbetriebe: Offensiv an Ausschreibungen heranzugehen, um sich bei den Auftraggebern einen Namen zu machen. Auch warb er bei den Handwerkern dafür, von ihren Ressentiments gegenüber der Arbeit mit kommunalen Auftraggebern, bei der oft erhöhter Bürokratieaufwand befürchtet wird, Abstand zu nehmen. Heitmüller: „Diese Aufträge sind eher leichter abzuwickeln als mit einem Generalunternehmer, wo oft nichts ohne einen Rechtsanwalt an der Seite geht.“

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SG Pollhagen: Alt-Altherren-Kreismeister 2006. Foto: ph

Im Bereich der Kreishandwerkerschaft gibt es derzeit 1640 Handwerksbetriebe mit 10 071 Beschäftigten. Deren Umsatz belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 670 Millionen Euro. Die jährliche Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent konnte laut Kreishandwerksmeister Karl Wilhelm Steinmann wie in den Vorjahren gehalten werden. Überwiegend optimistisch fiel die Einschätzung der Situation des heimischen Handwerks durch den Kreishandwerksmeister aus. Seine Prognose: „Auch künftig wird der Umsatzeinbruch nicht so stark sein wie befürchtet. Doch ist hier auch auf die unterschiedlichen Sparten zu blicken.“ So seien die am ehesten von der derzeitigen Flaute betroffen, die auf Aufträge der schwächelnden Industrie angewiesen sind. Das sei beispielsweise im Schlosserhandwerk der Fall, so Steinmann. Auch das Baugewerbe sei hier betroffen, sowohl im Industrie- als auch im privaten Bauherrenbereich, da das Häuslebauen durch steigende Umweltauflagen immer teurer werde.

Hohe Erwartungen an Klimaagentur

Einen Boom erlebe angesichts der Abwrackprämie derzeit das Kfz-Handwerk, so der Kreishandwerksmeister. Und auch das Maler-, Elektro- sowie Heizungs- und Sanitärhandwerk könne angesichts guter Auftragslage aus dem Privatbereich nicht klagen.

Mit hohen Erwartungen blickt die Handwerkerschaft auf die geplante Klimaagentur. Energieeinsparungen in privaten und öffentlichen Liegenschaften sind ein zentrales Anliegen des Klimaschutzes. Eine unabhängige regionale Energieagentur soll für energetische Haussanierungen werben und könnte so dem Bauhandwerk weitere Aufträge bringen.



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