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Aufbau fürs Landesfest lockt viele / Wie sich Handel und Gastronomie auf den Ansturm vorbereiten

Trotz Sperrungen ist die City nicht verwaist

Hameln (kar/CK). Neugierig auf die autofreie Innenstadt und die Aufbauarbeiten zum Tag der Niedersachsen? Viele sind das, so scheint’s. Von gähnender Leere in Hamelns Innenstadt keine Spur: Passanten bummeln wie gewohnt durch die Straßen. Gestern Mittag war die Stadt sogar voller als sonst. Geschäftsleute, die sich nach den großräumigen Sperrungen am Dienstag noch Sorgen machten, dass die City verwaisen könnte und sie Umsatzeinbußen hinnehmen müssten, atmen auf. „Das Geschäft läuft wie immer“, sagt Einzelhandelssprecher Holger Wellner. In seinem Modehaus seien Kundenfrequenz und Umsatz unverändert. Andere Geschäftsleute in der Innenstadt stellen dasselbe für ihre Läden fest.

veröffentlicht am 17.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 18.06.2009 um 12:02 Uhr

Unterschiedlich bereitet sich die Kaufmannschaft unterdessen auf den Besucheransturm zum Tag der Niedersachsen vor. Wellner: „Einige Geschäfte haben die Öffnungszeiten ausgeweitet, andere machen spezielle Aktionen oder locken mit Gewinnspielen.“ Viele Läden, die unter die Sonderregelung für Touristenstädte fallen, würden auch am Sonntag öffnen. Einen verkaufsoffenen Sonntag für alle aber gibt es nicht. Stadtmarketing und Einzelhandel waren sich in diesem Punkt schnell einig: „Die Intention der Besucher beim Tag der Niedersachsen ist eine andere als bei verkaufsoffenen Sonntagen“, weiß Stadtmanager Stefan Schlichte: „Die Passanten wollen an so einem Tag nicht mit Tüten herumlaufen.“ „Da rechnen wir nicht mit großem Umsatz“, bestätigt Holger Wellner aus seinen Erfahrungen mit dem Landesturnfest vor fünf Jahren. Man müsse so ein Ereignis eher als „Tag der offenen Tür“ sehen – mit Langzeiteffekt und Nachhaltigkeit, als „eine Investition in die Zukunft“, spricht Wellner aus, was auch andere Geschäftsleute denken.

Eine große Sache für Hameln

Als eine große Sache für Hameln wertet Mediamarkt-Chef Michael Kolzuniak das dreitägige Landesfest: „Von der Sogwirkung werden auch die Außenbereiche profitieren“, ist er sicher. Als Vorsitzender des Stadtmarketing- und Verkehrsvereins denkt er dabei nicht nur an Böcklerstraße und Multimarkt, sondern auch an dezentral gelegene Geschäftsviertel wie den Hefehof. In den Außenbereichen wird vor allem am Samstag sogar mit einem erhöhten Kundenstrom gerechnet. „Der Multimarkt wirbt sogar mit seinen kostenlosen Parkplätzen, weil man davon ausgeht, dass die Leute zum Einkaufen ausweichen“, sagt Stefan Schlichte. Kolzuniak erhofft sich für den Mediamarkt mit dem Auftritt von „Eisblume“ Ria am Samstag eine Zugnummer, die nicht nur junge Leute lockt, und ist generell zuversichtlich: „Viele Leute, die nach Hameln kommen, werden auch die umliegenden Bereiche aufsuchen.“ Er sehe Hameln am Tag der Niedersachsen als Ganzes und fühle sich nicht abgehängt. Die Verkehrssituation habe sich nach dem ersten chaotischen Tag deutlich entspannt. Hinweise auf die Umleitungen, Willkommensschilder und „Park & Ride“-Empfehlungen seien „top“. Kolzuniak: „Von der Verkehrsführung her muss sich der Freitag und Samstag noch bewähren.“ Aber: „Wir haben mit dem Tag der Niedersachsen ein Superereignis, von dem der Handel in der Folgezeit profitieren wird.“

Vorbereitet auf das Großereignis ist auch die Gastronomie in der Hamelner Innenstadt. Sie rechnet offenbar mit allem – und zwar sowohl im Guten als auch im Schlechten. „Wir wissen überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, sagt etwa Manuela Liebe-Eckert. Die Chefin vom „Wirtshaus“ in der Baustraße (früher Josefs Taverne) hat nach eigenen Angaben „keine Vorstellungen“, was der Tag der Niedersachsen für ihr Lokal bedeuten könnte. Die Sperrungen und Umleitungen, die bereits am Dienstag in Kraft getreten waren, hatten offenbar keine Auswirkungen auf die Gaststätte, weshalb sie auch nicht mit größeren Problemen rechnet. Vorbestellungen jedenfalls habe sie nicht, sodass der Personaleinsatz am Wochenende so ist wie an anderen Tagen auch. „Das müssen wir irgendwie hinkriegen“, sagt sie.

2 Bilder

„Vorbestellungen ja, ausgebucht nein“ – auf diese kurze Formel bringt Karl-Heinz Fricke vom historischen Rattenfängerhaus in der Osterstraße das, was ihn und seine Mitarbeiter beim Landesfest erwartet. Das Personal wurde für den möglichen Ansturm aufgestockt, und gearbeitet wird dort fast rund um die Uhr. „Unsere Küche hat von 11 bis 23 Uhr geöffnet, wir bieten selbstverständlich auch eigens auf das Rattenfänger-Jubiläum abgestimmte Gerichte an“, sagt Fricke. Wer im Ambiente des Rattenfängerhauses speisen möchte, dem empfiehlt er dringend eine Vorbestellung.

„Wir hoffen, dass uns das Wetter hilft und auch das Drumherum, damit die Gäste leicht in die Stadt kommen.“ Das jedenfalls sagt Elisabetta Sacchet vom alteingesessenen Eiscafé „Mosena“ in der Osterstraße. Am Dienstag seien wegen des Verkehrschaos („ein einziges Chaos“) viele Stammkunden weggeblieben. „Und die, die es trotzdem geschafft hatten, waren verärgert“, hat sie beobachtet. Fürs Wochenende hofft sie auf Petrus und eine vernünftige Verkehrslenkung.

Für den Tag der Niedersachsen wurde Hamelns Innenstadt bereits Montagnacht großräumig abgesperrt: In der autofreien Innenstadt wurde mit dem Aufbau begonnen (kleines Foto, li.), trotzdem finden die Menschen den Weg in die Fußgängerzone. Dort verfolgen viele von den Cafés aus neugierig die Aufbauarbeiten (kleines Foto, re.).

Fotos: Dana



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