weather-image
10°
Jugendtreff: Wünsche unterschiedlich

Trotz Bibberwetter: Abhängen im Buswartehäuschen

Rehren (la). Ob und wann in der "Alten Molkerei" oder vielleicht auch an anderer Stelle in Rehren ein Jugendtreff eingerichtet wird, darüber sollen Mitte November die Mitglieder des Sozialausschusses diskutieren. Ausschlaggebend für deren Entscheidung könnte auch die Umfrage sein, die Jugendpflegerin Anne-Marie Matthias in den vergangenen Wochen gemacht hat. Mit Fragebögen hat sie sich an verschiedenen Bushaltestellen postiert,um die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und Jugendlichen aus Rehren zu ermitteln. Die Ergebnisse wird sie zwar erst in der Ausschusssitzung bekannt geben, aber eins hat sie bereits jetzt verraten: "Ein Jugendtreff sollte unbedingt eingerichtet werden."

veröffentlicht am 30.10.2007 um 00:00 Uhr

Ungemütlich: das Buswartehäuschen als Treffpunkt. Fotos: la

So sehen das auch Bianca Löwen und Nina Hille. Die beiden 14-jährigen Mädchen saßen gestern bei strömendem Regen und nur 8,5 Grad in einem Buswartehäuschen an der Steinbeeke. "Nein, wir warten nicht auf den Bus. Aber zu Hause ist es einfach zu langweilig", erzählten sie. Ein Jugendraum wäre schon klasse, sind sie sich einig. "Hier gibt es viele kleine Cliquen, die sich alle woanders treffen", sagte Bianca. Die Jungen seien oft in einer Garage hinter der Sparkasse oder beim "Penny"- Markt oder würden einfach zu Hause sitzen. Sie selber würden sich oft in die Bushaltestelle zurückziehen. "Wenn wir einen Jugendtreff hätten, dann könnte man auch die anderen Jugendlichen kennen lernen", nannte Nina einen Vorteil. Drei Mal pro Woche solle der Raum, wenn irgend möglich, geöffnet sein. "Am besten natürlich am Wochenende, denn da haben wir die meiste Zeit und wissen oft nicht, was wir machen sollen", sagte Nina Hille. In der Woche sei sie oft ausgelastet, weil sie auch nachmittags Unterricht habe oder eben lernen müsse. Bei der Sanierung eines Raumes würden die beiden jungen Damen gern helfen. "Soweit es meine Zeit zulässt", räumte Nina Hille ein. "Ich werde auf jeden Fall dabei sein. Mein Vater hat auch schon seine Hilfe angeboten", sagte Bianca Löwen entschlossen. Ein Programm müsse den Jugendlichen in dem Treff nicht geboten werden. "Am liebsten hätten wir einfach nur einen Ort, an dem wir abhängen, so richtig chillen können", sind sich die Mädchen einig. Ab und an mal eine Disco oder einen Karaokeabend würden sie aber auch gern besuchen. Natascha Seifert aus Rehren ist elf Jahre alt. Ihre Wünsche sind etwas anders. "Ich fände es klasse, wenn wir einen Jugendtreff bekämen. Da müssten dann ein Fernseher und so zwei bis drei Computer stehen", meinte sie. "Und vielleicht ein gemütliches Sofa." Sie sei durch ihren Sport - Natascha reitet und spielt Fußball - genügend draußen und könnte sich gemütliche Stunden vor dem Fernseher oder dem Computer gut vorstellen. Auch sie wünscht sich, dass der Jugendtreff drei Mal pro Woche geöffnet wird. Bei der Renovierung und Einrichtung will sie ebenfalls tatkräftig helfen. Diese drei Meinungen kommen den Antworten auf den Fragebögen von Anne-Marie Matthias ziemlich nahe. Die jüngeren Kinder hätten gern einen Jugendtreff mit Aktionen wie Kochen, Tanzen oder Karaoke und Partys, während die Jugendlichen einfach nur einen Platz suchen, wo sie sich ungestört treffen, miteinander reden können und dabei nicht frieren müssen.

...Bianca Löwen (14) wünschen sich nur einen Ort, an dem es warm
  • ...Bianca Löwen (14) wünschen sich nur einen Ort, an dem es warm und trocken ist.
Nina Hille (14) und Freundin...
  • Nina Hille (14) und Freundin...
Natascha Seifert (11) wünscht sich einen Jugendtreff mit Fernseh
  • Natascha Seifert (11) wünscht sich einen Jugendtreff mit Fernseher und Computern.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare