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Drachenbootrennen im Sonnenbrinkbad

Trommelschläge peitschen die Ruderer zum Sieg

Obernkirchen (jaj). So etwas hat es in Obernkirchen noch nie gegeben: Ein Schwimmbecken, zwei Boote, eine Trommel und mindestens 32 Sportler - das war das Drachenbootrennen im Sonnenbrinkbad. "Das Wetter hätte nicht besser sein können, die Besucherzahl lässt nichts zu wünschen übrig, alles in allem eine sehr gelungene Premiere", äußert Organisationsleiterin Christine Nähring vom Förderverein ihre Zufriedenheit über die gelungene Veranstaltu ng.

veröffentlicht am 29.09.2008 um 00:00 Uhr

Das Drachenbootrennen kommt aus Asien und wird in etwas veränderter Form seit einigen Jahren auch in Schwimmbädern in ganz Deutschland veranstaltet. Dabei sind zwei Boote auf dem Wasser, die über eine Umlenkrolle durch ein Seil verbunden sind. Dadurch ist es möglich, dass beide Boote, in dieselbe Richtung fahren und dabei quasi ein "Tauziehen" austragen. Auf Kommando fangen beide Teams, bestehend aus 16 bis 20 Sportlern, an, zu paddeln. Den Takt gibt dabei ein Trommler an, der etwas erhöht am Kopfende des Bootes sitzt. Gewonnen hat, wer sich nach 60 Sekunden einen Vorsprung herausarbeiten konnte. Sollte ein Team dabei viel stärker sein als das andere, kann das Rennen auch vorzeitig beendet werden, wenn eine Gruppe einen bestimmten Vorsprung, etwa eine Bootslänge, erreicht hat. Die zwölf Teams hatten sich in unterschiedlichster Weise auf das Geschehen vorbereitet: Da gab es auf der einen Seite die "Petticoats& Co.", die vor dem Wettkampftag noch nie in einem Drachenboot trainiert hatten. Auf der anderen Seite waren aber auch echte Profis am Start. Die KSG Minden, am Samstag mit den "KSG Allsports" am Start, hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften vor zwei Wochen in zwei Disziplinen gesiegt und sich damit für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Südkorea im nächsten Jahr qualifiziert. "Natürlich sind wir hier mit einer stark abgeschwächten Mannschaft am Start, das wäre ja sonst ein wenig unfair", erzählt der Vorsitzende der KSG, Achim Riemekasten, der in Obernkirchen die Moderation des Geschehensübernommen hatte. Auch wenn die Kräfteverhältnisse nicht in jedem Rennen ausgeglichen waren, stand doch bei allen Teilnehmern der Spaß im Vordergrund. "Die Optimisten", bestehend aus 20 Frühschwimmerinnen des Freibads, machten ihre Einstellung sogar zu ihrem Namen. Und sie behielten ihre positive Einstellung, auch wenn es mal nicht so gut lief. Den ungewöhnlichsten Namen hatte das nach Obernkirchens Bürgermeister benannte Team "Ollis Knechte". Mitglieder des Stadtrats, der Verwaltung, der Kindergärten und des Bauhofs hatten sich zusammengefunden um zusammen in einem Boot zu paddeln. Wie erfolgreich sie dabei waren, dürfte die Team-Mitglieder dabei selbst überrascht haben - trainiert hatten sie erstmals am Freitagabend. Wie es sich für Wassersport gehört, blieb auch der ein oder andere Kontakt mit dem (warmen) Nass nicht aus. Nach jedem Lauf mussten fleißige Helfer literweise Wasser aus den Booten schöpfen und die Sportler selbst legten ihre Kleidung nach dem Rennen zum Trocknen in der Sonne aus oder nutzten die in weiser Voraussicht mitgebrachten Wäscheständer. Besonderen Wasserkontakt pflegten jedoch die Mitglieder des Teams "Work Out" vom gleichnamigen Fitnessstudio. Im dritten Rennen verloren sie erst nur einen Teilnehmer in den Fluten. Nach dem vierten Rennen kippte dann im Jubelüber den Sieg das ganze Boot und zwang die Ruderer dazu, ihre Schwimmkünste anzuwenden. Sie nahmen es, wie auch die umstehenden Zuschauer, mit Humor, mussten jedoch auf ihren Lauf um den siebten Platz verzichten, da es mit abnehmender Sonne in nasser Kleidung doch recht frisch wurde. Als Sieger des Fun-Cups gingen die "Minchen Dragons" hervor, die damit den selbst gestifteten Wanderpokal wieder in Empfang nehmen durften. Zweiter wurden "Die Dragons", dritte "Ollis Knechte". Alle teilnehmenden Gruppen bekamen vom Förderverein Sonnenbrinkbad gestiftete Erinnerungspokale und Urkunden. Die Teilnehmenden Kinder und Jugendlichen erhielten zusätzlich Teilnehmermedaillen des KSG Minden. Bei Cocktails, Champignons, asiatischem Essen und musikalischer Untermalung der Band "Baggers Claim" feierten viele Aktive und Zuschauer den erfolgreichen Tag dann bis in den späten Abend. Und die einhellige Meinung war: "Das machen wir im nächsten Jahr wieder!"

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