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Spiel im Spiel: Theater-AG des Adolfinums inszeniert "Der Tod der Dido"

Troja, Karthago und Rom fügen sich am Mausoleum zum skurrilen Ganzen

Bückeburg. Einfache Stücke waren es noch nie, mit denen sich die Theater-AG des Gymnasiums Adolfinum Bückeburg bislang auseinander setzte. Verwirrte das von Johannes Seiler geleitete Ensemble vor zwei Jahren sein Publikum bei der Langen Nacht der Kultur mit den "sieben Todsünden" und faszinierte gleichermaßen im Jahr darauf mit dem mythischen Bild "Die neun Musen und die Wirklichkeit", so stand diesmal ein ganz besonders skurriles Stück Dichtung auf dem Plan: Auf der Treppe des wie in den Vorjahren malerisch angeleuchteten Mausoleums inszenierten die Schüler die wenig bekannte Posse "Der Tod der Dido" von Jakob Michael Reinhold Lenz.

veröffentlicht am 17.09.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Johannes Pietsch

Es ist ein Stück handfester Gesellschaftskritik, die der Sturm-und-Drang-Schriftsteller und Goethe-Zeitgenosse ziemlich unverblümt in seiner kurzen, wenig bekannten Posse verpackte. Zwei Dichter, gespielt von Lea Schönberger und Marisa Urban, kommen an den Hof eines absolutistischen Grafen (Jonathan Seiler),um ihm ihre Künste anzubieten. Dieser willigt, halbwegs genervt und stets damit beschäftigt, seine Dienstboten anzuschnauzen, ein, sich den antiken Sagenstoff von Dido und Aeneas als Singspiel inszenieren zu lassen. Damit unternimmt Lenzens Stück den ungewöhnlichen Sprung zum Spiel im Spiel: Aus der Treppe des Mausoleums wird das antike Karthago, an dessen Gestade der trojanische Held Aeneas mit einigen Überlebenden aus dem Krieg um Troja landet. Dido, köstlich interpretiert von Tuba Colak als hysterische Überzicke, verliebt sich unsterblich in ihn und offeriert den Gestrandeten bereits als neuen König, doch die Götter befehlen dem Helden die Weiterfahrt, schließlich wartet in Italien die Stadt Rom darauf, von ihm gegründet zu werden. Dido verfällt dem Wahnsinn und bringt sich nach einem bizarren Amoklauf selbst den Tod.Johannes Seiler, Leiter der Theater-AG, gesellte sich selbst als römischer Dichter Vergil zu dem Geschehen, der die Geschichte von Dido und Aeneas mit seiner zur Zeit des Kaisers Augustus verfassten "Aeneis" unsterblich werden ließ.

Auf der Treppe des malerisch angeleuchteten Mausoleums inszenier
  • Auf der Treppe des malerisch angeleuchteten Mausoleums inszenierten die Schüler die wenig bekannte Posse "Der Tod der Dido". Fotos: jp
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  • Das "Bodenfeuerwerk" - es macht seinem Namen alle Ehre - setzt den Schlusspunkt unter die diesjährige Lange Nacht der Kultur.


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