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Senioren unzufrieden mit Rahlfs-Lösung / Alles jedoch normgerecht

Treppe zu steil für ältere Leute?

Bad Nenndorf (fox). In den jüngsten Sitzungen des Kultur- und Bauausschusses ist Kritik am neuen Geschäftshaus an der Hauptstraße laut geworden. Im Mittelpunkt standen dabei die bereits fertiggestellte Treppe sowie der "Stadtbalkon".

veröffentlicht am 28.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Treppenstufen entsprechen der Norm. Ein fehlender Handlauf w

"Die Treppe ist zu steil für ältere Menschen", hat Werner Paul, Anwohner der Kampstraße, bei der jüngsten Bauausschusssitzung angemerkt. Auch an Ort und Stelle kritisieren Passanten, die Treppe sei zu schmal für den "Begegnungsverkehr" und monieren den fehlenden zweiten Handlauf an der Fahrstuhlseite für die letzten neun Stufen nach oben. Wie eine Anfrage im Bauordnungsamt des Landkreises Schaumburg ergeben hat, liegen die Maße der Treppe voll in der geforderten Norm. "Nicht mehr als 19 Zentimeter Tritthöhe fordert die Niedersächsische Bauordnung. Die Stufentiefe muss mindestens 26 Zentimeter betragen", sagt Amtssprecher Wolfgang Wehlauch. Bei einer Baubegehung vor einigen Wochen hätten dessen Mitarbeiter keine Verstöße registriert. Jedoch räumt Wehlauch auch ein, dass die Treppe zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt gewesen ist. Nachmessungen vor Ort haben ergeben, dass die Tritthöhe sämtlicher Stufen maximal rund 17 Zentimer beträgt. Die Stufentiefe liegt bei rund 30 Zentimetern. Auch die geforderte Breite wird mit 1,50 Metern eingehalten. "Sie hätte sogar zwischen den Handläufen nur einen Meter breit sein müssen", so ein Sprecher. Die Treppe erfüllt also sämtlichegesetzlich geforderten Werte und liegt teilweise im positiven Sinne über der Norm. Bauherr Dirk-Wilhelm Rahlfs von der Rahlfs-Immobilien GmbH sieht keinen Grund für Kritik. "Die Steigung der Treppe hätte sich aufgrund der baulichen Voraussetzungen nicht anders lösen lassen", sagt der Investor. "Wir bieten als zusätzliche Leistung einen Fahrstuhl an, dessen Einrichtung wir vorangetrieben haben." Dass dieser Aufzug erst rund drei Wochen nach Einzug des "Plus"-Marktes am vergangenen Mittwoch vom Tüv abgenommen und damit in Betrieb genommen worden ist, davon hat Rahlfs nichts gewusst. Dass der Aufzug gestern zeitweise defekt war, vergleicht der Investor mit "Babykrankheiten, ähnlich wie bei neuen Autos". Die noch fehlenden Handläufe würden nachgerüstet. Die Kritik der Ratsfrau Christel Heringslack beim Kulturausschuss, der Blick vom "Stadtbalkon" auf die norddeutsche Tiefebene werde durch dieäußere Lüftungsanlage "verschandelt", wehrt Rahlfs ab. Die Montage der Anlage sei wegen des Anlieferungsverkehrs unterhalb des "Stadtbalkons" nicht anders zu lösen gewesen. Ein Sprecher aus dem Bauamt des Landkreises bestätigt dies: "Die Lastwagen würden anecken."



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