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IG-Metall-Steuerungsgruppe tritt der S.I.G.A. bei

Treff in der Innenstadt für arbeitslose Stadthäger

Stadthagen (jpw). Im Ziel sind sich alle einig: Stadthagen wird im nächsten Jahr einen Treffpunkt für Erwerbslose möglichst in der Stadtmitte bekommen. Den Weg dahin wird die Steuerungsgruppe "Mit Euch geht's weiter" der IG Metall - höchstwahrscheinlich unter dem Dach der S.I.G.A. (Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit) - bestimmen.

veröffentlicht am 13.12.2007 um 00:00 Uhr

Der "Treffpunkt für Erwerbslose" soll nach Ansicht von Jürgen Jo

Die Podiumsdiskussion im Gasthaus Bruns hat es gezeigt: Der Schock sitzt bei allen Beteiligten immer noch tief. Der Verlust von mehr als 3000 Arbeitsplätzen in der industriellen Produktion hat in einer Zeitspanne von rund zehn Jahren in Stadthagen tiefe Spuren hinterlassen. So war es für Bürgermeister Bernd Hellmann und Landesbischof Jürgen Johannesdotter keine Frage, als Unterstützer zur Veranstaltung der IG-Metall- Initiative "Mit Euch geht's weiter" zu kommen. Um Betroffene und ihre Familien nicht "in ein Loch fallen" zu lassen, sind ehemalige Beschäftigte aus Schaumburger Betrieben bereits vor einiger Zeit auf die Idee gekommen, in Stadthagen einen Treffpunkt für Erwerbslose zu gründen. Dass dies "mitten in der Innenstadt" gewünscht und gewollt ist, machten Johannesdotter und Hellmann klar und stellten ihre Unterstützung in Aussicht. Der Landesbischof forderte eine "Kultur des Umgangs mit denen, denen das Geld fehlt". Hellmann sicherte auch persönliche Hilfe für die Betroffenen zu. Steffen Holz vom DGB schilderte die Erfahrungen mitähnlichen Initiativen in Hannover. Moderator Rudolf Krewer, Vorsitzender der S.I.G.A., bot der Steuerungsgruppe von "Mit Euch geht's weiter" an, sich unter dem Dach der S.I.G.A als eigenständige Sparte zu organisieren. "Der Treffpunkt soll eine Lücke füllen", sagte der Stadthäger Gewerkschaftssekretär Thorsten Gröger. Dort müssten Gespräche und Unterstützung für Erwerbslose möglich sein. Den emotionalsten Beitrag hatte zu Beginn der ehemalige Otis-Betriebsratsvorsitzende Ali Naghi geleistet. Er bekannte, früher Zweifel gehabt zu haben, ob einige der Betroffenen nicht vielleicht doch selber schuld an ihrem Schicksal seien. Diese Zweifel seien mit seiner eigenen Arbeitslosigkeit im Gefolge der Otis-Werksschließung verflogen. Nicht alle hätten, wie er, wieder Arbeit gefunden, sagte Naghi. Frühere Kollegen und ihre Familien müssten zum Teil mit "Hartz IV" auskommen. Deshalb sei es wichtig, sich gegenseitig zu helfen. Schließlich wurde von den Anwesenden einstimmig beschlossen, dass die Steuerungsgruppe am Konzept für einen Treffpunkt in Stadthagens Innenstadt arbeitet, auch die Standortsuche soll vorangetrieben werden. Parallel dazu läuft die formale Integration der Initiative in die S.I.G.A., die dieses nach den Worten Krewers vermutlich in ihrer Mitgliederversammlung Ende Februar offiziell beschließen wird. Bernd Stelzer, Mitglied der Steuerungsgruppe, brachte Krewer in leichte Verlegenheit, als er spontan und als erster der S.I.G.A. beitreten wollte. Das nächste Mal, versprach Krewer schmunzelnd, werde er auch Beitrittserklärungen dabei haben.



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