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2006 zu 23 Unfällen auf der Autobahn 2 ausgerückt / Stellvertretender Ortsbrandmeister tritt zurück

Trauriger Rekord für Lauenauer Feuerwehr

Lauenau (nah). Die Einsatzzahlen der Lauenauer Feuerwehr für das abgelaufene Jahr haben erneut das Gefahrenpotenzial auf der Autobahn in ihrem Abschnitt zwischen Rehren A.O. und Bad Nenndorf bestätigt. 16 Verkehrsunfälle mit Menschenrettung und weitere sieben Alarme zu brennenden Fahrzeugen oder anderer technischer Hilfe bedeuten einen traurigen Rekord. Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker: "Diese Zahl hatte es zuletzt vor zehn Jahren beim Ausbau der Autobahn von zwei auf drei Spuren gegeben."

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Seit 70 Jahren in der Feuerwehr: Heinrich Siekmann. Foto: nah

In der Jahresversammlung machte machte Werner Volker noch eine andere Rechnung auf: Genau ein Drittel aller 69 Alarmfahrten seiner Kameraden führten auf die A 2 (2005 waren es 57). Dabei konnten neun Opfer nur noch tot geborgen werden. Mehrfach hatten die Kräfte alle Mühe, schwerstverletzte Menschen aus ihren zerstörten Fahrzeugen zu schneiden. Der Ortsbrandmeister erwähnte nur kurz die psychischen Belastungen, mit denen besonders jüngere Kameraden in den Momenten konfrontiert würden: "Wir werden die Ausbildung neu gestalten und uns auf Schwerpunkte dieser Einsatztätigkeit noch intensiver vorbereiten", kündigte er an. Nicht immer kam jede Hilfe zu spät. Er erinnerte er an zwei Personen, die bei Wohnungsbränden vor Flammen oder Rauch gerettet werden konnten. In einem weiteren Fall gerieten die Helfer selber in Gefahr, als sie eine stark alkoholisierte und nicht mehr ansprechbare junge Frau vom Hochbehälter des stillgelegten Lauenauer Klärwerks retten mussten. Ein akutes Personalproblem muss die Lauenauer Feuerwehr in den nächsten Wochen lösen. Der erst vor knapp zwei Jahren gewählte stellvertretende Ortsbrandmeister Andreas Look hat seinen Rücktritt für Ende April erklärt. Er werde zwar weiterhin für Einsatz und Ausbildung zur Verfügung stehen, könne aber aus beruflichen und persönlichen Gründen die weiteren Belastungen nicht tragen. "Das ist ein schwerer Schlag", kommentierte Ortsbrandmeister Werner Volker die Nachricht. In einer Versammlung der Aktiven am 11. Februar soll über die Nachfolge beraten werden. Das Ehrenzeichen des Landesverbandes der Feuerwehren in Silberüberreichte Schamburgs Kreisbrandmeister Klaus-Dieter Grote an Uwe Haller und Anja Falius. Zugleich hatte er eine sehr seltene Urkunde mitgebracht: Heinrich Siekmann (85) gehört den uniformierten Helfern seit 70 Jahren an.



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