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Berufsorientierung an den Schulen

Traumjob finden: Von Klasse acht an geht es los

Stadthagen (han). Die CDU-Kreistagsfraktion hat einen Vorstoß unternommen mit der Zielrichtung, die Berufsorientierung an den hiesigen Schulen weiter zu verbessern (wir berichteten). Hintergrund sind Umfragen über Studienabbrecher, berufliche Fehleinschätzungen, Fachkräftemangel und abgebrochene Lehren. Stadthäger Lehrer erzählen, was ihre Schulen für die Berufsorientierung tun.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

"Die Schule tut genug für die Berufsorientierung", ist Siegfried Doepel, Lehrer am Wilhelm-Busch-Gymnasium, überzeugt. Der Pädagoge verweist auf Praktika, Fahrten zum Berufsinformationszentrum, Einzelberatungen der Berufsberater und einiges mehr. Allerdings kritisiert Doepel, dass die Schüler die Angebote zu wenig wahrnehmen. Als Beispiel führt er eine "für Gymnasiasten besonders gut geeignete" Berufsbildungsmesse an: "Kaum ein Schüler geht dort hin." Problematisch sei allerdings, dass die Arbeitsagentur in Hameln für die Schule zuständig sei, die mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht optimal erreichbar sei. Bereits in Klasse acht würden an ihrer Schule Verbindungen zu Betrieben geknüpft, berichtet Carola Pliska, Schulleiterin der IGS. Vertieft würden diese Kontakte durch ein Kooperationsprojekt mit der Berufsschule. Zudem gebe es Kooperationspartner bei der Arbeitsagentur, die die Schüler mit der gesamten Breite der beruflichen Möglichkeiten bekannt machten. Es folgten weitere Maßnahmen in den Jahrgängen elf und zwölf, wie zum Beispiel ein Praktikum, eine Facharbeit und intensive Kontakte zu Hochschulen. "Eltern sollen ihr Know-how aus der Praxis an Schüler herantragen", findet Pliska. Mit Blick auf die große Anzahl an Studienabbrechern bemängelt die IGS-Leiterin das Fehlen einer flächendeckenden Beratungsstruktur im Rahmen der zehnten Klasse. "Man muss wissen, warum man in die Oberstufe geht, man kann ja nicht einfach nur die Schulzeit verlängern." Selbstverständlich bräuchten Zehntklässler noch keine präzisen Berufsvorstellungen zu haben, so Pliska. Jedoch solle den Schüler klar sein, in welche grundlegende berufliche Richtung die Oberstufe führe. Wichtig sei beispielsweise, den Unterschied zwischen einer Fachhochschul- und einer Universitätsausbildung deutlich zu machen. Auch Rotraud Becker, Schulleiterin der "Haupt- und Realschule am Schlosspark", verweist auf eine gute Berufsorientierung. Bei der vergangenen Schulinspektion habe die "Schlosspark"-Schule in der Kategorie Berufsvorbereitung die Höchstbewertung erhalten. Jeweils zwei Praktika absolvieren Haupt- und Realschüler. Die Rückmeldung der Praktikumsbetriebe sei durchweg positiv. Das ab Klasse acht unterrichtete Fach "Arbeit und Wirtschaft" vermittle einen guten Überblick über die Vielfalt an Berufen und Ausbildungen. Weitere Einblicke ins Berufsleben ermöglichen die im Laufe eines Schuljahres angebotenen Betriebsbesichtigungen, so Becker.

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