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In der Nachkriegszeit wurde der Hamelner Bach zum Schwimmen genutzt

Training in der Hamel

Hameln. Nur noch 50 Meter bis zur Ziellinie, aber plötzlich wird man beim 800-Meter-Lauf doch noch von seinem Zwillingsbruder überholt. Es ist verständlich, dass bei solchen emotionalen Momenten schon einmal die Frustration durchschlagen kann. Jedoch erinnert sich Werner Berlips gerne an seine 42 Jahre Sportabzeichenerfahrung zurück, in denen er nicht nur selbst Teilnehmer, sondern auch für die Verleihung des Sportabzeichens zuständig war: „Es ist jedes Jahr eine Freude zu sehen, dass die Teilnehmer, teilweise schon seit über 50 Jahren, immer wieder die nötige körperliche Leistung vollbringen, um das Sportabzeichen zu absolvieren.“

veröffentlicht am 26.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:03 Uhr

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Die sportlichen Leistungen seien zwar in Form von benötigter Strecke und Zeit an die jeweilige Altersstufe angepasst, jedoch müsse jeder Athlet starke Leistung in den Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination vorweisen. Ohne entsprechende Leistung dürfe das Sportabzeichen als Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland nicht verliehen werden. Das Abzeichen besitzt einen so großen Stellenwert, dass selbst Polizisten und Feuerwehrmänner sich der Herausforderung stellen. Allerdings schrecken diese Vorgaben die Hamelner nicht ab, Sportler im Alter von 9 bis 84 Jahren erhielten es nun.

„Nach dem Krieg gab es für uns keine Möglichkeit, im damaligen Wittekindbad zu schwimmen, da sind wir einfach in der Hamel geschwommen, damit wir die Anforderung fürs Sportabzeichen doch noch erfüllen konnten“, berichtete der mit 84 Jahren älteste Absolvent Hermann Heps. Diese eiserne Disziplin ist auch der Grund, warum 90 Prozent der insgesamt 100 Hamelner Sportabzeichenabsolventen den goldenen Rang des Sportabzeichen erlangen und 10 Prozent den silbernen Rang. „Bronze war dieses Jahr gar nicht vertreten“, verkündete Werner Berlips im Rahmen der Sportabzeichenverleihung im VfL-Heim.

Bevor die Sportler allerdings ihre Urkunden entgegennehmen durften, mussten sie einige Lockerungsübungen wie das Balancieren auf einem Bein mit Leichtathletik-Leistungssportler Patrick Scherfose durchstehen. Erst dann durfte die Ehrung jedes einzelnen Teilnehmers durch Vfl-Obmann Werner Berlips, Fred Hundertmark und Monika Schaper als Repräsentanten des Kreissportbundes erfolgen.

Für Brigitte König (75) und Helfried Rodemerk (76) ist das Sportabzeichen ebenfalls schon ein alter Hut. Brigitte König erhielt das Abzeichen zum 50. mal und wurde deswegen mit einem Blumenstrauß besonders geehrt. Es sei einfach die Liebe zum Sport, die sie veranlasse, das Sportabzeichen Jahr für Jahr zu machen. Auch Helfried Rodemerk, der das Sportabzeichen zum 57. mal abgelegt hat und damit Rekordhalter ist, spricht von einem „Kribbeln“, das ihn jedes Jahr wieder zwinge, sich zu beweisen. Beide Topathleten gaben jedoch zu, nicht gezielt für das Sportabzeichen zu trainieren, sondern ihre Fitness lieber mit anderen Sportarten aufrecht zu erhalten.

Wer gezielt für das Sportabzeichen trainieren möchte, kann im nächsten Jahr von Mai bis September jeden Mittwoch ab 17 Uhr auf dem VfL-Platz (Fahlte) mit anderen Sportlern gemeinsam für das große Ziel trainieren. „Die Leute sollen es einfach mal versuchen“, wünscht sich König, denn um das Sportabzeichen absolvieren zu können, muss man nicht mal ein Mitglied des VfL Hameln sein. Übrigens, wer sein Sportabzeichen jetzt nicht abholen konnte, kann dies in der Ruthenstraße 10 entgegennehmen.

Ein bisschen mitmachen mussten die Hobbysportler schon, bevor sie einzeln ihr Sportabzeichen erhielten.

Mai



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