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Marathonläufer Klaus Fischer aus Bernsen legt pro Jahr um die 3000 Kilometer zurück

Trainiert im Auetal - geglänzt in New York

Bernsen/New York (who). "Ich krieg' jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die Stimmung auf der First Avenue in Manhattan denke", schwärmt Klaus Fischer. Der Freizeit-Marathonläufer aus Bernsen wollte es eigentlich nach seinem letzten Lauf in New York von 2006 dabei bewenden lassen, muss aber zugeben: "Die Sehnsucht war einfach noch zu groß".

veröffentlicht am 14.11.2008 um 00:00 Uhr

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Weil's einfach so schön ist, hat Klaus Fischer die anstrengende Reise in diesem Jahr noch einmal auf sich genommen, um am 2. November zusammen mit fast 40 000 Läufern aus aller Welt den wohl berühmtesten Marathon zu laufen. Die Strecke führt durch alle fünf New Yorker Stadtteile, beginnend in Staten Island kurz vor der Verrezano Narrows Bridge. Nach der etwa drei Kilometer langen Brücke folgen 18 Kilometer durch Brooklyn, wo die Läufer von vielen verschiedenen ethnischen Gruppen angefeuert werden. Nach dem Halbmarathon-Punkt auf der Pulaski Bridge kommen die Läufer für ein kurzes Stück nach Queens, um dann über die Queensboro Bridge nach Manhattan zu laufen. Es folgt das oben beschriebene Teilstück auf der First Avenue, wo die Zuschauer teils in Zehnerreihen stehen und die Marathonteilnehmer mit frenetischem Jubel empfangen. "Wenn du mit deiner Landesfahne läufst, dann wirst du natürlich von den deutschen Zuschauern besonders bejubelt." So hat es Klaus Fischer persönlich erlebt. "Aberbeim Marathon, da mögen uns sogar die Holländer", erzählt er lächelnd. Manhattan wird in nördlicher Richtung für einen kurzen Abstecher in die Bronx verlassen, um dann auf der 5th Avenue durch Manhattan wieder zurück in Richtung Süden zu laufen. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel kommt eine weitere lange Steigung, die dann doch schon richtig wehtut, berichtet er. Aber die Amerikaner spornen die Läufer unermüdlich mit Zurufen wie "almost there", "good job" oder "you are looking good" an." Im berühmten Central Parc folgen die letzten Kilometer bis zum Ziel, das Klaus Fischer nach drei Stunden und 27 Minuten erreicht. Damit ist er zwar ungefähr eine Stunde und 20 Minuten länger unterwegs als der Sieger. "Aber angesichts meines biblischen Alters und der Tatsache, dass ich erst fünf Wochen vorher in Berlin eine Zeit von drei Stunden und elf Minuten geschafft habe, war das doch ganz ordentlich", meint er. Neben dem eigentlichen Lauf sei ausgiebiges Sightseeing angesagt, und dafür gebe es in New York reichlich Gelegenheit. Zu seiner Person erklärt Fischer, der im wirklichen Leben beim Finanzamt Hameln schafft: Seit 1998 läuft er Marathons. 2002 hat er den christlichen Laufclub "Hosianna Runners" mitbegründet. Zur Vorbereitung von Marathons trainiert er bis zu sechs Mal pro Woche und läuft meistens abends, meist Strecken über zwölf bis 15 Kilometer in der näheren Umgebungvon Bernsen. "Am Samstag können es dann auch mal 30 bis 34 Kilometer über Rannenberg nach Hattendorf und zurück sein", ergänzt er. Unter dem Strich kämen dabei pro Jahr etwa 3000 Laufkilometer zusammen und drei bis vier Marathons im Jahr, wobei er nur zwei in echtem Wettkampftempo laufe. "Der New Yorker war mein bislang 33. Marathon",überschlägt Fischer und kann nicht ausschließen, dass er nicht doch noch einmal über die Queensboro Bridge nach Manhattan einlaufen wird. "Auf alle Fälle kann ich damit meinem Übergewicht entgegenwirken", erklärt der drahtige Familienvater mit jenem Anflug von Selbstironie in den Mundwinkeln, das seine Freunde von ihm gewohnt sind. Für Interessierte hat Klaus Fischer einen ausführlichen Bericht mit Fotos auf der Homepage seines Laufclubs unter www.hosiannarunners.com veröffentlicht.

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