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Heinz-Ulrich Gosemann ist der neue Rektor des Gymnasiums Adolfinum / Auf Schüler und Kollegium wartet ein Paradigmenwechsel

Tradition mit einer gehörigen Komponente Zukunft verknüpfen

Bückeburg (rc). Erst vier Tage vorher erfuhr er, dass er der neue Rektor des Adolfinums wird, am vorvergangenen Freitag wurde er - intern - in sein Amt eingeführt. Seit Montag dieser Woche ist Heinz-Ulrich Gosemann nun der neue Chef des Gymnasium Adolfinums: "Zum Glück habe ich ein gut bestelltes Haus vorgefunden, ich bin mit offenen Armen vom Kollegium und den Schülern aufgenommen worden. Eine interessante Schule, mit der ich gemeinsam neue Wege suchen will", sagte der derart ins Wasser geworfene 53-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

veröffentlicht am 25.11.2006 um 00:00 Uhr

Heinz- Ulrich Gosemann ist der neue Rektor des Adolfinums. Foto:

Zu Beginn hat er sich erst einmal auf Vorstellungsrunde durch die Klassen - bis zu den 8. ist er inzwischen gekommen - und durch das Kollegium gemacht. Und gleich am eigenen Leibe erfahren, wo derzeit der Schuh drückt: Die Außenstelle am Unterwallweg, wo die 5. und 6. Klassen unterrichtet werden. "Das schafft uns eine Reihe von Problemen, die Schüler dort fühlen sich abgehängt." Auch die pädagogische Betreuung bleibe auf der Strecke, da Klassenlehrer ihre Zeit mit der Fahrt zwischen Außen- und Hauptstelle verbringen, statt sich um die Belange ihrer Schüler kümmern zu können. Der Studiendirektor hat es sich daher auf die Fahnen geschrieben, in der Politik und beim Landkreis für die im Frühjahr abgelehnte Erweiterung am Standort Hofwiesen einzusetzen. "Dafür werde ich kämpfen." Ein weiterer tiefer Eindruck: die zahlreichen Aktivitäten der Schule, besonders auch nach außen. "Das werde ich fortsetzen, dort ist das Adolfinum auf einem guten Weg." Zwei Arbeitsaufträge hat er für sich für die weitere Zukunft der Schule formuliert: Was tun wir als Schule für die persönliche Entwicklung der Schüler? Und: Wie gelingt es uns, mit dem vorhandenen Materialien die Lehrkräfte gut zu unterstützen? Was können wir für die Schüler tun, um ihnen Orientierung zur Mitgestaltung unserer Gesellschaft zu geben? Noch stärker als bisher müsse die persönliche Stärkung jedes einzelnen Schülers in den Fokus gerückt werden. Gerade am Adolfinum sei es wichtig, die traditionellen Werte, die "Corporate Identity", die das pädagogische Handeln bestimmt, mit einer gehörigen Komponente Zukunftsorientierung zu verknüpfen. Gosemann strebt dafür einen Paradigmenwechsel an. Bisher würden die Fachinhalte die Unterrichtsstruktur vorgeben, in Zukunft gelte es viel mehr, prozessbezogene Komponenten in den Vordergrund zu rücken. "Kommunikation, Präsentation, Gewandheit im Auftreten, Fachsprache in normale Sprache umsetzen zu können, reflektieren und analysieren", nennt er Schlagworte. Ansprüche nicht nur an die Schüler, sondern auch an das Kollegium: "Wie gelingt es uns, diese Vorgaben im Form zu gießen, dass unser Unterricht diesen Ansprüchen genügt?" Diese beiden Pole würden das Adolfinum in Zukunft prägen, "ein langer, aber interessanter Weg mit vielen Etappen." Der neue Rektor wurde in einem kleinen Dorf am Rande der Südheide geboren, studierte in Hannover und unterrichtet Chemie und Erdkunde. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und unterrichtete zuvor in Hameln.

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