weather-image
15°
Kleinenbremen will von Gästen profitieren / Konzeption

Touristen irren noch etwas hilflos durchs Dorf

Kleinenbremen (ly) . Im Idealfall wäre plötzlich ein pensionierter Kurdirektor aufgetaucht und hätte angeboten: "Hier bin ich, wie kann ich ihnen helfen?" Wäre. Hätte. Der Ex-Kurdirektor, eher im Scherz herbeigesehnt von Dieter Lichte, kam natürlich nicht zum Auftakt der Kleinenbremer "Zukunftsinitiative Touristik".

veröffentlicht am 27.04.2006 um 00:00 Uhr

Richtkranz ade: Das Meierhof-Backhaus, eine weitere Kleinenbreme

Dafür ließen rund 30 Kleinenbremer und Wülpker ihre Köpfe im Saal der Gaststätte "Zur schönen Aussicht" zwei Stunden lang umso mehr rauchen. Am Ende stand eine erste Ideensammlung. "Wir sind zufrieden", so Lichte, zusammen mit Heino Heine und Walter Caselitz Initiator des Tourismus-Konzeptes, das zwar noch in den Kinderschuhen steckt, nun aber langsam laufen lernt. Für Anfang Juni ist das nächste Treffen geplant. In die Teilnehmerliste haben sich bereits 34 Aktive eingetragen. Gemeinsames Ziel: "Den Tourismus-Gedanken stärken und Arbeitsplätze schaffen", wie Heine, Sprecher der Lokale-Agenda-Gruppe "Nachhaltige Stadtentwicklung", erklärte. Ehrenamtliche, bisher im Einsatz, seien mit künftigen Aufgaben überfordert, hieß es. Von den diversen Sehenswürdigkeiten will man fortan auch wirtschaftlich profitieren. Es muss kein Kurdirektor sein, doch Fachleute sollen auf jeden Fall zu Rate gezogen werden. Außerdem strebt die neue Dorfwerkstatt eine enge Zusammenarbeit mit Portaner Politik und Verwaltung sowie den Nachbarstädten Bückeburg und Rinteln an. Aller Anfang ist schwer, doch einige der ersten Gedanken nehmen bereits recht konkrete Formen an. So soll eine Karte mit allen Kleinenbremer Angeboten, Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten und Ansprechpartnern erstellt werden. Wanderführer haben sich bereits zur Verfügung gestellt. Das Dorftheater "Spektakulär, Spektakulär" könnte mit Sondervorstellungen locken. Regelmäßige Öffnungszeiten in der örtlichen Gastronomie müssten gewährleistet sein, hieß es weiter. Angedacht sindüberdies unter anderem plattdeutsche Seminare, ein Dorfladen (im Meierhof-Backhaus?), Übernachtungen im Heuhotel, Wochenend-Angebote für Busgruppen, Kinderspiele an der Mönkhoff-Mühle, Reiten oder ein Fahrradverleih. Zudem gibt es zahlreiche Überlegungen, die Kirche einzubeziehen. "Kleinenbremen hat eine Menge zu bieten", meint Rainer von Marcholewski, Vorsitzender des Bezirksausschusses. Im Zentrum derÜberlegungen steht das Besucherbergwerk, jedes Jahr Anziehungspunkt für zehntausende von Besuchern. "Viele von ihnen irren bisher durchs Dorf - flapsig ausgedrückt", so Heino Heine. Dabei sei (oder werde) auch der Weg vom Bergwerk bis zur Kirche "mit Attraktionen bestückt": Hartingsche Mühle, Meierhof-Backhaus, Mühlenpatt, Energiesiedlung, Boule-Anlage, Biergarten, Mönkhoff-Mühle, Kirche. In Zukunft geht es darum, Touristen quasi an die Hand zu nehmen und den Ansturm kommerziell zu nutzen. "Nach Führungen durchs Dorf wird immer wieder gefragt", berichtet Walter Caselitz, Vorsitzender des Heimatvereins. Und nicht nur danach. Durch den zunehmenden Fremdenverkehr sieht die "Zukunftsinitiative" in verschiedenen Bereichen Chancen für Firmengründungen, Ich-AGs oder Nebenjobs, koordiniert über ein Touristik-Büro. "Wir retten nicht ein Kulturerbe, um es dann leer in die Landschaft zu stellen", sagt Caselitz. "Diese Gebäude müssen einfach mit Leben gefüllt werden."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare